Quartalsergebnisse im Rahmen der Erwartungen
AOL Time Warner will Europageschäft deutlich ausbauen

Der US-Medienriese AOL Time Warner will in den kommenden Jahren durch Investitionen und Übernahmen in Europa stärker wachsen. "Der Ausbau von AOL Europe genießt bei AOL Time Warner im Moment höchste Priorität", sagte Vorstandschef Gerald Levin im Gespräch mit dem Handelsblatt (Montagsausgabe).

BERLIN. Ein großer Teil unserer künftigen Investitionen und künftigen Übernahmen werden sich in Europa an diesem Ziel orientieren", sagte Levin. Dabei setzt der Chef von AOL Time Warner auf den Online-Dienst AOL Europe, als "zentralen Kanal, über den wir Nachrichten, Filme und Internetdienste nach Europa bringen werden". Auch Aktivitäten im Printbereich würden künftig nach Möglichkeiten einer Quervermarktung mit AOL Europa beurteilt. Das Engagement von AOL Time Warner in AOL Europe -- mit bisher rund fünf Millionen Abonnenten -- ist für Levin "eine strategische Investition" und man sei "auf dem richtigen Weg, die finanziellen Ziele zu erreichen."

Von den weltweiten Einbrüchen, die der Medienbranche derzeit zu schaffen macht, sieht Levin den eigenen Konzern "weniger als andere Medienkonzerne" betroffen. "Ich erwarte, dass die Ergebnisse des zweiten Quartals im Rahmen der Erwartungen der Finanzanalysten liegen werden", sagte Levin. Levin räumte aber ein, dass im Print und TV-Kabelbereich die Wachstumsrate der Werbeumsätze abgenommen haben. Doch lägen sie im TV-Kabelbereich noch immer im zweistelligen Prozentbereich, bei AOL im ersten Quartal sogar bei einem Plus von 37 Prozent.

Levin bekräftigte das Vorhaben, AOL Time Warner zum ersten vollständig integrierten Internet- und Medienkonzern der Welt umzubauen."Ich bin von der Richtigkeit unserer Strategie heute mehr überzeugt, als zum Zeitpunkt der Ankündigung der Fusion", sagte Levin. Nach der endgültigen Genehmigung der Fusion im Januar 2001, fangen wir jetzt gerade erst an, das gesamte Spektrum unserer Medien für die medienübergreifende Vermarktung unserer eigenen Marken zu nutzen", sagte Levin.

Zusätzlich sieht Levin für sein Unternehmen neue Chancen im Kabelfernsehmarkt Deutschland, wenn Liberty Media wie geplant sechs Kabel-Regionalgesellschaften von der Deutschen Telekom AG übernehmen wird. Liberty ist mit 4% an AOL Time Warner beteiligt, ihr Gründer John Malone ist nach Aussage des 62-jährigen Levin seit 30 Jahren ein guter Geschäftsfreund. "Wir sind ständig im Gespräch mit Malone, jetzt natürlich auch über Deutschland", sagte Levin. Ob sich AOL Time Warner am Ausbau des Kabels beteiligen werde, ließ er jedoch offen. Man müsse nicht unbedingt die Infrastruktur besitzen, um im Kabel tätig zu werden, so Levin.

Im Streit zwischen AOL und Microsoft über die Integration von AOL in die neue Windows-Software XP gibt es laut Levin "derzeit keine neuen Gespräche". AOL Time Warner habe heute aber so viele andere Möglichkeiten neue AOL-Kunden zu werben, dass wir nicht auf Microsoft angewiesen sind", sagte Levin.

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