Quartalsgewinn fällt kräftig – Investitionen werden drastisch gekürzt
SBC streicht mehrere Tausend Arbeitsplätze

Die zweitgrößte regionale US-Telefon-Gesellschaft SBC Communications Inc. will mehrere tausend Mitarbeiter entlassen und hat einen Ergebnis-Rückgang von 31 % gemeldet. Außerdem will der in San Antonio/Texas beheimatete Konzern seine Investitionen um 20 % kürzen.

hus NEW YORK. Damit bestätigt sich der Trend, dass die US-Telefonkonzerne noch weit von einer Erholung entfernt sind. Am vergangenen Freitag hatte bereits die Bell South Corp. aus Atlanta/ Georgia einen Einkommensverlust von 99 % gemeldet und den Abbau von 3 000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Bei SBC verringerte sich der Quartalsüberschuss gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 31% auf 2,07 Mrd. $ oder 61 Cents pro Aktie. Ohne Einmalposten erhöhte sich das Ergebnis pro Aktie um zwei Cents auf 59 Cents pro Aktie. Analysten hatten zuletzt mit 55 bis 61 Cents pro Aktie gerechnet.

"Das Umfeld hat sich in den jüngsten Monaten verschlechtert, so schwierige Bedingungen hat es schon lange nicht mehr gegeben", sagte Vorstandschef Edward Withacre bei der Vorlage der Zahlen. Whitacre glaubt, dass die Flaute im gesamten Jahr 2002 anhält. Noch bis vor wenigen Wochen hatten Analysten gehofft, dass die Telekom-Industrie sich in der zweiten Jahreshälfte 2002 wieder erholt.

Mit seinen Investitions-Kürzungen liegt der SBC-Konzern im Trend. Die gesamte Branche will mit 82 Mrd. $ im kommenden Jahr 20 % weniger Geld in neue Ausrüstungen, ergab eine Untersuchung der Investmentbank Lehman Brothers. "Nur wenige wissen, in was für einem schlechten Zustand die Telekom-Industrie ist, es ist sehr beängstigend", glaubt Wertpapier-Analyst Blake Bath von der Investmentbank Salomon Smith Barney.

Die Telekom-Industrie hatte in den Boomjahren bis 2000 ihre Investitionen um jährlich 25 % gesteigert. Im laufenden Jahr hat sie die Investitionen vorerst um 5 % zurückgenommen. Sie steuerte bisher zu den gesamten Investitionsausgaben der US-Industrie 12 % bei und ist damit ein gewichtiger Faktor für die gesamte US-Konjunktur. Von Investitionskürzungen sind vor allem Ausrüster wie Corning, Cisco oder Lucent oder auch der Computer-Hersteller Sun Microsystems betroffen. Besonders in Wachstums-Segmenten wie dem Hochgeschwindigkeits-Datenverkehr und dem Mobilfunk ist der Bedarf allenfalls halb so hoch wie ursprünglich erwartet. Die Telekom-Branche hat bereits mehr als 175 000 Jobs gestrichen.

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