Quartalsgewinn klettert um 68 Prozent
Ryanair im Höhenflug

Billiges Fliegen ist offenbar in. Ryanair überrascht im ersten Quartal mit einem Rekordgewinn. Die irische Billig-Airline sucht nun den Vergleich mit dem neuen Branchenprimus Easyjet. Die Iren erwägen, den Briten in Spanien Konkurrenz zu machen, nachdem Easyjet Deutschland ins Visier genommen hat.

hz DUBLIN/FRANKFURT/M. Die Nummer zwei unter den Billigfluggesellschaften in Europa, Ryanair, sucht den Schlagabtausch mit dem neuen Branchenprimus Easyjet. Nachdem der britische Konkurrent Easyjet auf den deutschen Markt vordringen will, denken die Iren nun im Gegenzug über eine Expansion nach Spanien nach. "Unter den europäischen Ländern, die wir noch nicht anfliegen, ist Spanien das größte - vielleicht wagen wir nun den Sprung dahin", sagte Ryanair-Finanzchef Michael Cawley.

Der neue Branchenprimus Easyjet macht den Iren vor allem in Südeuropa Konkurrenz. Für Italienreisende bietet Easyjet Alternativen zu Ryanair; die Iberische Halbinsel fliegt Ryanair bisher gar nicht an, während Easyjet und Go, die bis Ende März 2003 noch getrennte Flugpläne haben, dort zahlreiche Flughäfen ansteuern. Der Wettbewerb zwischen den Billigfliegern wird damit schärfer.

Ryanair will zugleich das Streckennetz in Deutschland ausbauen. "Die Deutschen lieben unsere Produkte", sagte Cawley. Deutschland sei der am schnellsten wachsende Markt der Airline. Bislang fliegt Ryanair in Deutschland vom Flughafen Hahn rund zehn europäische Ziele an. Und von Lübeck und Friedrichshafen geht es nach London-Stansted.

Ryanair war bis zur kürzlich besiegelten Übernahme des Billigfliegers Go durch den Wettbewerber Easyjet Europas größter Billigflug-Anbieter und ist seither Nummer zwei. Easyjet will auch die Deutsche BA übernehmen und massiv auf den deutschen Markt drängen.

Der Wettbewerb für Ryanair wird nach Ansicht von Experten in den kommenden Jahren härter werden. Der zu British Midland gehörende Billig-Carrier BMI Baby sowie der britische Reiseveranstalter MyTravel wollen dem irischen Billigflieger in Großbritannien stärker Konkurrenz machen. In Deutschland muss sich Ryanair neben Easyjet zudem auf mehr Wettbewerb durch den Einstieg des Konkurrenten Virgin, der TUI und der Lufthansa-Beteiligung Eurowings in den Markt für billiges Fliegen einstellen.

Angelockt wird die Konkurrenz von kräftigen Wachstumsaussichten. Experten glauben, dass die Billigflieger ihren Marktanteil in Europa von derzeit 8 % auf bis zu 30 % steigern können. Tatsächlich konnte die weltweite Luftfahrtkrise den Billigfluggesellschaften bisher nichts anhaben. Ryanair überraschte gestern mit einem Gewinnsprung im ersten Geschäftsquartal in Rekordhöhe. Der Quartalsgewinn nach Steuern kletterte um 68 % auf 39 Mill. Euro. Analysten hatten nur mit rund 35 Mill. Euro gerechnet. Für den Rest des Jahres werde sich der Gewinn jedoch entsprechend der früheren Prognosen entwickeln. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2002/2003 mit einem Gewinn von rund 190 Mill. Euro, nach 150 Mill. Euro im Vorjahr.

"Das sind gute Zahlen, die beweisen, dass Ryanair nach wie vor ein solides Wachstum aufweist", sagte Commerzbank-Analyst Dominic Edridge. Er hält die Aktie für kaufenswert. Die Börse reagierte jedoch kaum beeindruckt auf den Gewinnsprung. Die Ryanair-Papiere legten am Aktienmarkt nur zeitweise knapp 2 % zu.

Quelle: Handelsblatt

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