Quartalsgewinn über Erwartungen
British Airways hebt ab

Europas größte Fluggesellschaft British Airways (BA) hat dank strenger Sparmaßnahmen ihren Gewinn im dritten Geschäftsquartal gesteigert und die Markterwartungen deutlich übertroffen. Sollte es nicht zu einem Krieg in Irak kommen, werde das Unternehmen im Gesamtjahr wieder schwarze Zahlen schreiben, teilte BA am Montag mit.

Reuters LONDON. Für 2003 prognostizierte das Unternehmen indes unveränderte Umsätze und schwierigere Geschäftsbedingungen als im Vorjahr. "Sollte es nicht zu Kampfhandlungen im Nahen Osten kommen, erwarten wir, dass wir in diesem Geschäftsjahr profitabel sind", erklärte Chairman Colin Marshall. "Zu diesem Zeitpunkt gehen wir aber nicht davon aus, in den kommenden zwölf Monaten einen Umsatzanstieg zu verbuchen", fügte er hinzu.

Für das Berichtsquartal wies der Konzern einen Vorsteuergewinn von 25 Millionen Pfund (rund 37,7 Millionen Euro) nach einem Verlust von 160 Millionen Pfund im Vorjahresjahrquartal aus. Die Analystenerwartungen reichten von einem Verlust von zehn Millionen Pfund bis zu einem Gewinn von fünf Millionen Pfund. Der Umsatz stieg den Angaben nach um ein Prozent auf 1,857 Milliarden Pfund.

BA hatte mit einem drastischen Sparprogramm auf die seit mehr als einem Jahr andauernde Branchenkrise reagiert. Dabei hatte das Unternehmen mehr als 9000 Stellen gestrichen, Kapazitäten reduziert und Ticketpreise gesenkt, um der zunehmenden Konkurrenz durch Billigflug-Linien und der schwachen Nachfrage zu entgegnen. Bis März 2003 sollen die Stellenstreichungen auf 10 000 und bis März 2004 auf 13 000 gesteigert werden.

BA-Chef Rob Eddington sagte, der Durchschnittserlös je Passagier, ein wichtiger Maßstab für den Umsatz pro Kunden, sei auch im vierten Quartal unter Druck geblieben, nachdem sie im dritten Quartal bereits um 4,5 Prozent gefallen waren. "Die Erträge sind aus einer Reihe von Gründen belastet. Vor allem weil unser Geschäft mit der Prämium-Klasse unter Druck ist, und das tatsächlich schon seit geraumer Zeit."

Gleichzeitig verwies das Unternehmen aber auf die erfolgreiche Umsetzung seines Sparprogramms, das bis März 2003 jährliche Einsparungen von 450 Millionen Pfund und bis März 2004 Einsparungen von 650 Millionen Pfund bringen soll. Das Programm befinde sich auf gutem Wege und die bisherigen Sparmaßnahmen gingen sogar über das bisherige Ziel hinaus. Zum 31. Dezember 2002 hätte die gesamte Schuldenhöhe 5,2 Milliarden Pfund betragen und damit 1,4 Milliarden Pfund weniger als im Jahr 2001.

Analysten zeigten sich optimistisch für die Zukunft der Fluggesellschaft. "Diese Ergebnisse bestätigen unsere Sicht, dass BA unter den großen Fluggesellschaften am besten positioniert ist, um von einer letztendlichen Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen zu profitieren", teilte die Investmentbank Schroder Salomon Smith Barney mit. Sie verwies dabei auf aggressive Kapazitäts-, Kosten- und Bilanzmaßnahmen der Geschäftsleitung, während die BA zugleich in der aktuellen Marktsituation ihr Risiko verringere.

Indes reagierten die Aktien von British Airways, die auch im Euro-Stoxx-Index gelistet sind, am Montag an einer freundlich tendierenden Londoner Börse mit Kursabschlägen und fielen um knapp zwei Prozent auf gut 114 Pence.

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