Quartalsgewinn übertrifft die Erwartungen
Weitere 6500 Entlassungen bei Siemens

Der Siemens-Konzern streicht in seiner verlustreichen Netzwerksparte ICN nochmals 6500 Arbeitsplätze. Die meisten Stellen sollen im Ausland entfallen, sagte Siemens-Chef Heinrich von Pierer am Donnerstag in Erfurt.

dpa/Reuters ERFURT. Die übrigen Bereiche konnten sich in der Konjunkturflaute besser halten als von vielen Analysten erwartet. Der Siemens-Gewinn stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 578 Millionen auf 1,3 Milliarden Euro. Besonders dazu beigetragen haben die Bereiche Energieerzeugung, Medizintechnik und Leuchten.

Der Verkauf von Infineon-Anteilen steuerte dazu 561 Millionen Euro bei. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen stagnierte bei 919 Millionen Euro.

Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal um drei Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten stiegen die Erlöse um ebenfalls drei Prozent auf 42,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang verbesserte sich von 46,6 auf 47,8 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg im Halbjahr von knapp 1,6 auf 1,8 Milliarden Euro.

Analysten zufrieden

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz von 20,3 Milliarden Euro und einem Ebit von nur 341 Millionen Euro gerechnet. "Die Zahlen sind fast alle besser als erwartet", sagte WestLB-Analyst Adrian Hopkinson. "Von den Bereichen, die schwach befürchtet worden waren, bestätigte eigentlich nur einer diese Erwartung. Die Zahlen sind also sehr gut."

Den zusätzlichen Stellenabbau bezeichneten die Analysten als keine Überraschung. Enttäuscht zeigten sich die Marktbeobachter aber über den weiter unkonkreten Ausblick, den von Pierer für das Geschäftsjahr gab.

Keine konkrete Prognose

Eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr gab Pierer nicht ab. Wegen des Wegfalls von Sonderbelastungen strebt der Konzern aber weiterhin eine deutliche Steigerung des Gewinns an.

"Wir wollen im operativen Geschäft die Marke aus dem letzten Jahr deutlich schlagen", sagte Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger. Als Vergleichsmaßstab gelte die Marke des vergangenen Jahres von 685 Millionen Euro, die Siemens im laufenden Geschäftsjahr auch ohne die Sondererträge aus dem Verkauf von Infineon-Aktien übertreffen wolle.

Großes Sorgenkind bleibt ICN. Dort sollen nun insgesamt 16.500 Stellen entfallen. Anfang des Geschäftsjahres 2000/2001 waren bei ICN noch 53 000 Menschen beschäftigt. Im zweiten Quartal fuhr der Bereich einen operativen Verlust von 158 Millionen Euro ein. Im ersten Quartal lag das Minus bei 124 Millionen Euro. Von Pierer rechnet in diesem Bereich nicht mit einer wesentlichen Belebung in den nächsten 12 bis 18 Monaten.

Gesteigerte Nachfrage nach Mobiltelefonen

Von den 13 Arbeitsgebieten des Siemens-Konzern schrieb neben ICN nur noch die Sparte Industriedienstleistungen operativ Verluste. Neun Bereiche wiesen Ergebnisverbesserungen aus. Der Automobilzulieferer Siemens VDO kehrte in die Gewinnzone zurück.

Weiter schwarze Zahlen schrieb dagegen die Mobilfunksparte mit einem operativen Ergebnis von 44 Millionen Euro. Insgesamt verkaufte Siemens im zweiten Quartal 8,3 Millionen Mobiltelefone nach noch 6,9 Millionen im Vorjahresquartal.

Spitzenreiter bei der Ergebnisentwicklung war erneut die Sparte Energieerzeugung, die ihr Ebit gegenüber dem schon guten Vorquartal noch einmal um die Hälfte auf 450 Millionen Euro steigern konnte. Die Medizintechnik steigerte ihr Ebit um 24 Prozent auf 262 Millionen Euro. Dabei übertrafen diese Bereiche bereits ihre für 2003 angepeilte Ebit-Zielmargen.

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