Quartalsgewinn um 20 Prozent gesunken
BNP stellt sich auf schwieriges Jahr ein

Die französische Großbank BNP Paribas hat im abgelaufenen Quartal auf Grund der Schwäche an den Aktienmärkten 20 Prozent weniger als im Vorjahr verdient.

Reuters PARIS. Der Gewinn sei auf 696 Millionen Euro von 866 Millionen Euro im Vorjahresquartal gesunken, teilte der Finanzkonzern am Mittwoch in Paris mit. Der Brutto-Betriebsgewinn ging den Angaben zufolge um 9,4 Prozent auf 1,44 Milliarden Euro zurück, die Netto-Bankeinnahmen um 4,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Alle Ergebnisse lagen im Rahmen der durchschnittlichen Analysten-Erwartungen oder leicht darüber.

Die anhaltende Flaute auf dem Aktienmarkt hatte im vergangenen Jahr das Handelsergebnis vieler Großbanken gedrückt und das Geschäft vor allem in den Bereichen Investmentbanking und Unternehmenskrediten belastet. Auch für das Jahr 2003 bleibt BNP vorsichtig. "Die weltpolitischen, wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten aus dem Jahr 2002 scheinen sich auch im Jahr 2003 fortzusetzen", erklärte BNP-Chairman Michel Pebereau.

Wie BNP weiter ausführte, sank das Vorsteuerergebnis im Unternehmens- und Investmentbanking im Quartal um 35 Prozent auf 235 Millionen Euro, während der Gewinn aus dem Filialgeschäft um zwei Prozent auf 594 Millionen Euro zulegte. Die Kosten für die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stiegen um elf Prozent auf 455 Millionen Euro. Analysten hatten hier lediglich mit 401 Millionen Euro gerechnet.

Gestützt von einem stärkeren inländischen Filialgeschäft schnitten die französischen Banken insgesamt besser ab als viele ihrer Branchenkollegen auf dem europäischen Festland. Die Commerzbank, die ebenfalls am Mittwoch ihr Ergebnis vorgelegt hatte, war im Jahr 2002 erstmals in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gerutscht. Der Vorsteuerverlust im Gesamtjahr betrug 372 Millionen Euro und im Quartal 417 Millionen Euro.

BNP Paribas werde zum gegebenen Zeitpunkt über die Zukunft ihres Anteils von 16,2 Prozent an der kleineren Credit Lyonnais entscheiden und dabei die Finanzdisziplin im Auge behalten, teilte BNP weiter mit. BNP Paribas hatte sich für die vollständige Übernahme von Lyonnais stark gemacht, bevor Konkurrent Credit Agricole der Bank im Dezember ein Angebot im Wert von 19,5 Milliarden Euro vorlegte. Sollte Agricole damit Erfolg haben, könnte aus dem Zusammenschluss die Bank mit den höchsten Einlagen Europas entstehen. Einige Analysten vermuten, dass BNP nun ein Gegenangebot für Lyonnais abgeben könnte. Sollte Agricole die Übernahme allerdings tatsächlich gelingen, werde sich BNP dann wohl nach anderen Partnern umschauen.

BNP-Aktien stiegen am Mittwoch in einem leichteren Gesamtmarkt um 1,39 Prozent auf 37,10 Euro.

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