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Quartalssaison auf Hochtouren

Die Stunde der Wahrheit ist an der Wall Street angebrochen. Am Dienstag werden reihenweise Börsenschwergewichte ihre Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal veröffentlichen. In den letzten Wochen konnten sich die Börsengurus mit dem Verweis auf die bevorstehenden Quartalszahlen noch vor einer exakteren Prognose schützen. Doch in diesen Tagen wird es ernst.

Am Dienstag gehören General Motors und Intel zu den prominentesten Vertretern, die über die abgelaufenen drei Monate Rechenschaft ablegen werden. Der Blick auf die Zukunft dürfte dabei wesentlich kurstreibender sein als die nackten Zahlen über die Vergangenheit.

Die Ergebnisse von General Motors werden bereits vor Handelsbeginn erwartet. Der weltweit größte Autokonzern hat Schätzungen zufolge einen Gewinn in Höhe von 1,14 Dollar pro Aktie erwirtschaftet. Etwa 70 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Die Wall Street meint es in diesen Tagen jedoch nicht schlecht mit Autokonzernen. In der vergangenen Woche hatte die Detroit News berichtet, dass DaimlerChrysler in den USA schneller als erwartet wieder schwarze Zahlen schreiben könnte. Die Meldung hatte auch bei General Motors Aktionären den Glauben an die Automobilbranche gestärkt.

Automobilexperten gehen davon aus, dass der Mix die Musik macht. Im Klartext heißt das: Anleger sollten nicht nur das PKW sondern auch die Entwicklung des LKW und light-truck Geschäfts in ihre Anlagestrategie einbeziehen. In Zeiten von Massenentlassungen in den USA und einer Abkühlung der globalen Konjunktur steht jedoch ein dickes Fragezeichen hinter der Absatzentwicklung von GM und Co. Am Mittwoch wird dann übrigens das nächste Schwergewicht, Ford, die Geschäftszahlen für das zweite Quartal vorlegen.

So lange müssen Anleger in der Chipbranche nicht ausharren. Der Branchenführer Intel wird am Dienstag nach Handelsschluss voraussichtlich einen Gewinn in Höhe von zehn Cents pro Aktie veröffentlichen. Vor einem Jahr wurden noch 50 Cents pro Aktie erreicht. Die Prognose zeigt: der Sektor ist angeschlagen. Die Nachfrage zeigt nach wie vor absteigende Tendenz. Über Dumpingpreise versuchen die Firmen sich gegenseitig aus dem Rennen zu werfen. Das Resultat: miese Gewinnmargen. Vor einem ähnlichen Szenario warnte am Montag auch das Brokerhaus Wit Soundview. Allerdings vertritt Analyst Scott Randall eine gängige Meinung: auch wenn Gewinn und Umsatz weiter fallen, die Aktienkurse haben sich der schlechten Nachrichtenlage längst angepasst und sind sogar auf ein Niveau gefallen, dass ein Kauf wieder lohnt.

Neben GM und Intel werden am Dienstag unter anderem noch Biogen, International Paper und Eastman Kodak ihre Geschäftszahlen vorlegen. Insgesamt sind in dieser Woche 180 im S&P 500 notierte Firmen mit Quartalszahlen an der Reihe. Und als Motto für die Gesamtstimmung gilt: fallen die Zahlen gut aus, ist der Weg für den nächsten Zwischenspurt frei.

©Wall Street Correspondents Inc.

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