Quartalsumsatz stieg nur geringfügig
IBM-Kurssturz nach bescheidenem Umsatzwachstum

Der weltgrößte Computerkonzern IBM hat die Wall Street am Mittwochmorgen kurzfristig in Angst und Schrecken versetzt. IBM hatte am Vortag nach Börsenschluss mit einem schwächer als erwarteten Verkaufsanstieg für das dritte Quartal 2000 aufgewartet und hatte die Anleger damit enttäuscht.

dpa NEW YORK. Die IBM-Aktien brachen deshalb nach Börsenöffnung um rund 20 Prozent auf 91 Dollar ein. Sie konnten sich bis zum späten Vormittag etwas fangen und notierten mit 96 7/8 Dollar nur noch um 14,3 % unter Vortagsschluss. Der Dow-Jones-Index war vor allem wegen des IBM-Kursdebakels zunächst um mehr als 430 Punkte abgestürzt, ehe das Börsenbarometer seine Verluste dann stark reduzieren konnte.

Der IBM-Quartalsumsatz stieg gegenüber der Vorjahresvergleichszeit nur geringfügig um 3 % auf 21,8 Mrd. $. Die Wall Street hatte einen um etwa 600 Mio. $ höheren Umsatz erwartet. Ohne Wechselkursveränderungen wäre der Umsatz im Juli-September-Abschnitt um 6 % gestiegen. Dies hatte IBM am Dienstag nach Börsenschluss bekannt gegeben. Der Quartalsgewinn stieg auf 2 (Vorjahresvergleichszeit:1,8) Mrd. Dollar.

Der IBM-Gewinn fiel in den ersten neun Monaten dieses Jahres auf 5,4 Mrd. $ gegenüber 5,6 Mrd. $ im Januar- September-Abschnitt 1999. Der Umsatz schrumpfte in dem Neunmonats- Zeitraum auf 62,8 Mrd. $ (minus 1 %). IBM-Chef Louis Gerstner gab offen zu, dass er sich im dritten Quartal höhere Umsätze gewünscht hätte. Das Unternehmen litt unter drei Faktoren. Die Nachfrage nach gesuchten Mikroelektronikprodukten konnte nicht voll gedeckt werden, weil IBM unter Teilemangel litt. Die bevorstehende Einführung eines neuen Hochleistungsservers drückte die Nachfrage nach der 390-Rechnerfamilie. Außerdem hatte sich das Softwaregeschäft im September unerwartet verlangsamt. Gerstner war hingegen mit dem Dienstleistungs- und Personal Computer-Geschäft zufrieden.

Der Quartalsumsatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika fiel um 3 % auf 5,6 Mrd. $. Bei gleich bleibenden Wechselkursen wäre er nach IBM-Angaben um 8 % gestiegen. Dies zeigt nach Darstellung von Marktbeobachtern deutlich wie stark sich der schwache Euro auf das IBM-Geschäft ausgewirkt hat. IBM legte im dritten Quartal 2000 in Nord- und Südamerika leicht und im asiatisch-pazifischen Raum stark zu.

IBM-Finanzchef John Joyce glaubt nach Darstellung der Wirtschaftsnachrichtenagentur «Bloomberg», dass die Auswirkungen des schwachen Euro im vierten Quartal noch stärker sein könnten. Joyce erwartet im vierten Quartal allerdings ein stärkeres Umsatzwachstum. Die Gesellschaft rechnet damit, das sie die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Analysten für das erste Halbjahr 2001 erreichen kann.

Der Hardware-Umsatz stieg um 4 % auf 9,5 Mrd. $. Der PC-Umsatz erhöhte sich, und die Sparte befand sich im dritten Quartal wieder in den schwarzen Zahlen. Der Softwareumsatz fiel hingegen um 3 % auf 2,9 Mrd. $. Der Dienstleistungsumsatz stieg um 4 %auf 8,2 Mrd. $. IBM verfügt in dieser Sparte über einen Auftragsbestand von rund 81 Mrd. $.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%