Quartalsverlust ausgeweitet
EM.TV rutscht noch tiefer in die roten Zahlen

Der auf Kinder- und Jugendprogramme spezialisierte TV-Rechtehändler EM.TV & Merchandising hat wegen der schwachen Fernsehmärkte und Kosten für den Konzernumbau seinen Quartalsverlust ausgeweitet.

Reuters MÜNCHEN. Nach Steuern sei der Fehlbetrag in den ersten drei Monaten 2003 auf 29,9 Mill. ? von 24,5 Mill. ? im Vorjahreszeitraum gestiegen, teilte das im SDax gelistete Unternehmen am Mittwoch mit. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich auf 18 (Vorjahr: minus 14,6) Mill. ? vergrößert. Der Umsatz sei wegen des Verkaufs von Lizenzen an der "Sesamstraße" um mehr als 60 % auf 67,5 Mill. ? gestiegen. Ohne diesen nicht ergebniswirksamen Effekt hätte der Umsatz rund 20 % unter Vorjahr gelegen, hieß es. Die EM.TV-Aktien fielen mehr als drei Prozent auf 92 Cent.

EM.TV leide unter der schwachen Nachfrage und geringeren Erlösen aus der Geschäftsbeziehung mit dem PayTV-Sender Premiere, begründete das Münchener Unternehmen die Entwicklung. Dazu hätten die Kosten für die Restrukturierung und Beratung in zwei Rechtsstreits das Ergebnis belastet, erläuterte ein Sprecher. EM.TV konnte aber sowohl die Auseinandersetzung mit mehreren Banken um die frühere EM.TV-Beteiligung an der Formel 1 als auch eine Klage der Investmentbank Morgan Grenfell durch außergerichtliche Vergleiche beilegen. "Wir haben im ersten Quartal große Lasten der Vergangenheit abgearbeitet", erklärte Vorstandschef Werner Klatten dazu.

Für das laufende Jahr wagte das Unternehmen erneut keine Prognose. Ende März hatte Klatten bereits erklärt, wegen der angespannten Lage in der Branche die vorherige Prognose für ein positives Ebit im Gesamtjahr 2003 nicht wiederholen zu können.

Die seit Herbst 2000 tief in die Krise geratene EM.TV AG, einst der Star am inzwischen aufgelösten Börsensegment Neuer Markt, hat in diesem Jahr auch wichtige strategische Pläne umgesetzt. So verkaufte das Unternehmen seinen Anteil an dem Filmproduzenten Constantin für 7,5 Mill. ? an die Schweizer Highlight AG und nach monatelangen Verhandlungen die US-Tochter Jim Henson für 89 Mill. Dollar an die Familie des Firmengründers. Mit den zufließenden Mitteln konnte EM.TV einen drohenden Liquiditätsengpass abwehren und den Einstieg in das Deutsche Sportfernsehen (DSF) finanzieren. Mit den Partnern Karstadt-Quelle und dem Schweizer Investor Hans-Dieter Cleven will EM.TV den defizitären Sportsender wieder auf die Spur bringen. EM.TV erweitere mit dem Einstieg beim DSF sein operatives Geschäft auf neue Genres und Zielgruppen, erklärte Klatten. "Die Konturen der neuen EM.TV werden somit sichtbar."

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