Quartalsverlust reduziert
Philips sieht noch immer Rot

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat im abgelaufenen Quartal einen Nettoverlust von 330 Millionen Euro verzeichnet nach einem Fehlbetrag von 736 Millionen ein Jahr zuvor. Auf das Gesamtjahr gesehen will der Konzern aber profitabel sein.

HB/dpa AMSTERDAM. Der niederländische Elektronikkonzern Philips will 2002 zumindest wieder operativ schwarze Zahlen schreiben. In den ersten neun Monaten des Jahres wurde operativ bereits ein Gewinn von 373 Millionen Euro verbucht, unter dem Strich stand jedoch vor allem wegen hoher Abschreibungen und Umstrukturierungskosten ein Nettoverlust von knapp 1,68 Milliarden Euro. Unter Ausschluss von Sonderposten solle aber auch das Nettoergebnis des Jahres positiv sein, sagte Konzernchef Gerard Kleisterlee am Dienstag.

Die Philips-Aktie stieg in Amsterdam bis zum Nachmittag um 8,5 Prozent auf 16,28 Euro. Der Ausblick verlieh auch europaweit den Technologieaktien kräftigen Auftrieb. Im dritten Quartal schlug sich vor allem eine Abschreibung in Höhe von 339 Millionen Euro auf die Beteiligung beim angeschlagenen französischen Medien- und Versorgerkonzern Vivendi Universal negativ in der Bilanz nieder. Nach einem operativen Gewinn von 135 Millionen Euro standen unter dem Strich 330 Millionen Euro Nettoverlust. Im dritten Quartal vergangenen Jahres war allerdings noch ein Minus von 736 Millionen Euro angefallen.

Im vergangenen Jahr waren auch die operativen Zahlen bei Philips noch tief rot gewesen: Ein Minus von 505 Millionen Euro im dritten Quartal und von 937 Millionen in den ersten neun Monaten. Der Nettoverlust des Neun-Monats-Zeitraums war allerdings im vergangenen Jahr noch mit 1,4 Milliarden Euro um gut 18 Prozent geringer ausgefallen.

"Während das wirtschaftliche Umfeld schwierig bleibt, machen wir, was wir können - Kosten senken, die Zuliefererkette optimieren und Problemzonen mit entschiedenen Aktionen angehen", sagte Konzernchef Kleisterlee. Im Zuge der Umstrukturierung erwartet Philips im vierten Quartal eine Belastung von 200 bis 225 Millionen Euro aus dem Umbau der Halbleitersparte sowie eine weitere von 175 Millionen Euro aus der Bauteilefertigung. Philips rechnet im vierten Quartal mit der zum Jahresende üblichen Belebung des Geschäfts.

Der Umsatz legte im dritten Quartal um 1,7 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten waren die Erlöse mit knapp 22,9 Milliarden Euro im Jahresvergleich nahezu unverändert (2001: 23,08 Mrd Euro). Das Geschäft der einzelnen Sparten entwickelte sich höchst unterschiedlich. Höheren Umsatz erzielte das Unternehmen vor allem bei medizinischen Geräten (1,54 Milliarden Euro/plus 34 Prozent), Halbleitern (965 Millionen Euro/plus 7 Prozent) und Komponenten (510 Millionen Euro/plus 12 Prozent). Rückläufig war der Umsatz dagegen bei elektronischen Verbrauchsgütern (2,17 Milliarden Euro/minus 16 Prozent). Insbesondere bei Mobiltelefonen und digitalen Netzwerken gab es einen starken Rückgang. Im Bereich Beleuchtung belief sich der Umsatz auf 1,13 Milliarden Euro (minus 3 Prozent). Ende September beschäftigte Philips insgesamt 183 447 Arbeitnehmer, 8000 weniger als vor einem Jahr.

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