Quartalsverlust verringert und Umsatz gesteigert
Gebrauchte Bücher bei Amazon ein Renner

Der US-Internet-Einzelhändler Amazon.com hat im abgelaufenen Quartal unter anderem wegen hoher Umsätze im Ausland den Verlust verringert.

Reuters SEATTLE. In seinem am Dienstagabend vorgelegten Quartalsbericht hob Amazon, der vor allem für seinen Internet-Buchhandel bekannt ist, die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr an. Der Aktienkurs von Amazon gab am Mittwoch in einem schwachen Gesamtmarkt allerdings deutlich nach.

Der Nettoverlust sei binnen Jahresfrist auf 94 Millionen Dollar oder 0,25 Dollar je Aktie zurückgegangen nach einem Fehlbetrag von 168 Millionen Dollar ein Jahr zuvor, teilte Amazon am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit.

Das Unternehmen erhöhte gleichzeitig die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr auf 18 Prozent. Gestiegene Margen und stärkeres Wachstum im Elektronik-, Werkzeug- und Küchenbereich würden dazu beitragen, 2002 auf Pro-Forma-Basis wieder einen Nettogewinn zu erzielen, teilte Amazon weiter mit.

Amazon kündigte zugleich als erstes großes Internet-Unternehmen an, alle Aktienoptionen mit Beginn des Jahres 2003 als Kosten in der Bilanz zu verbuchen und folgte damit dem Beispiel des Getränkekonzerns Coca-Cola. Die Einbeziehung der weit verbreiteten Aktienoptionsprogramme ist in den USA zu einer Schlüsselfrage geworden, seitdem Bilanzfehler und Bilanzierungstricks die Anleger schockten. Besonders in der Technologiebranche haben Unternehmen jahrelang mit Aktienoptionen Mitarbeiter angelockt, diese Kosten aber nicht als solche in die Bilanz einfließen lassen.

Analysten zeigten sich durch die vorgelegten Zahlen nicht überrascht. "Amazon tut das, was sie angekündigt haben - beständiges Wachstum entsprechend ihrer Ziele", sagte Safa Rashtchy, Analyst bei Piper Jaffray. "Aber die Psychologie des Marktes ist so negativ, dass niemand beeindruckt ist, wenn man nicht die Erwartungen übertrifft".

Der Aktienkurs von Amazon setzte zu Beginn des Handels in New York seine Talfahrt fort und verlor 12,5 Prozent auf 12,72 Dollar. Schon am Dienstag hatten die Aktien 6,1 Prozent auf 14,55 Dollar verloren. Seit Jahresbeginn haben die Titel allerdings rund 21 Prozent an Wert gewonnen und sich damit besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

Umsatz in Deutschland und Großbritannien gesteigert

Der Quartalsumsatz stieg um 21 Prozent auf 806 Millionen Dollar und lag damit in der von dem Unternehmen zuvor erwarteten Bandbreite. Besonders hohe Zuwachsraten seien im Online-Geschäft mit gebrauchten Artikeln erzielt worden, hieß es von Amazon weiter. Der Umsatz der britischen, deutschen, französischen und japanischen Internet-Seiten sei um 70 Prozent auf 218 Millionen Dollar gestiegen.

"Deutschland und UK sind im zweiten Quartal nahe break even gewesen", sagte der Geschäftsführer von Amazon Deutschland, Ralf Kleber, am Mittwoch in München der Nachrichtenagentur Reuters. Unter anderem hätten neue Zahlungsmodalitäten sowie ein breiteres Produktangebot zu der positiven Entwicklung in den Monaten April bis Juni beigetragen. Eine Prognose, ob die Niederlassungen in Deutschland und Großbritannien im dritten Quartal die Gewinnschwelle erreichen werden, wollte der Manager nicht abgeben.

Wie Amazon weiter mitteilte, wird das Unternehmen bei der Vorlage der Bilanzen an der Ausweisung eines Pro-Forma-Ergebnisses festhalten, um Investoren ein klareres Bild ihres Geschäfts zu geben. Auf dieser Basis betrug der Nettoverlust den Angaben zufolge rund vier Millionen Dollar oder 0,01 Dollar je Aktie, während von Thomson First Call befragte Analysten im Mittel einen Fehlbetrag von 0,06 Dollar je Aktie erwartet hatten.

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