Quartalszahlen
Ergebnis der Hypo-Vereinsbank unter Druck

Der Druck auf die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat vor Bekanntgabe der Quartalszahlen am kommenden Donnerstag kräftig zugenommen. Die zweitgrößte Bank in Deutschland legt als erste der Großbanken ihre Zahlen vor.

mwb MÜNCHEN. Vor dem Wochenende kursierten Übernahmegerüchte durch die Münchener Rück, die eiligst vom weltgrößten Rückversicherer dementiert wurden. Darüber hinaus steht offenbar neben weiterem Personalabbau eine Straffung der Konzernstruktur ins Haus. Dabei soll das Privatkundengeschäft künftig nicht mehr regionenübergreifend zentral vom Vorstand gelenkt werden, sondern in die Bereiche Deutschland und Östereich/Osteuropa aufgeteilt werden. Die Bank dementierte dies nicht, will sich aber vor Bekanntgabe der Quartalszahlen nicht dazu äußern. Kürzlich hatte HVB-Chef Albrecht Schmidt die Frage, ob die Bank vor strukturellen Veränderungen stehe, noch verneint.

"Wenn das so kommt, erschließt sich mir der Sinn nicht", sagt der Analyst der Bankgesellschaft Berlin Alexander Plenk. Die Fusion mit der Bank Austria sei doch gerade mit Synergien durch die Zusammenlegung der Zentralfunktionen begründet worden. Nur durch Änderung der Zuständigkeiten würde das Geschäft auch nicht profitabler.

Konzept der "Bank der Regionen" bleibt unverändert

Nach Informationen aus Branchenkreisen zeichnet sich eine Holding-Struktur ab. Dadurch werde das Konzept der "Bank der Regionen" nicht verändert, sondern geschärft, heißt es. Die Verantwortlichkeiten sollen klarer geregelt werden, als in der bisherigen Matrix-Organisation der Fall war. Entscheidungen darüber, sowie über den Personalabbau sollen auf der Aufsichtsratssitzung morgen fallen.

Neben den internen Baustellen steht die HVB wie die gesamte Banken-Branche unter gewaltigem Ertragsdruck. Analysten erwarten im dritten Quartal einen Gewinneinbruch. Konrad Becker von Merck Finck rechnet mit einem Ergebnis nach Steuern und Fremdanteilen von 43 Mill. Euro und liegt damit in der Spanne von 31 Mill. Euro bis 82 Mill. Euro, die von Analysten genannt wurde. Damit liegen die Schätzungen deutlich unter dem Ergebnis des zweiten Quartals von 131 Mill. Euro.

Für das vierte Quartal des laufenden Jahres schließen die Analysten einen Verlust nicht mehr aus, wenn das operative Geschäft sich nicht drastisch verbessere. "Jede Restrukturierung kostet erst einmal Geld, dagegen ist der Nutzen schwer vorhersehbar", schätzt Guido Hoymann vom Bankhaus Metzler ein. Die HVB habe den Konjunkturzyklus verfehlt, da sie die jetzt erforderliche, geringere Personaldichte erst zu einer Zeit erreichen werde, wenn die Märkte möglicherweise wieder anziehen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%