Quartalszahlen erwartet
Dax-Ausblick: Analysten raten vom Kauf in der Krise ab

Überraschend schnell haben sich die internationalen Aktienmärkte von den Auswirkungen der Terroranschläge in den USA erholt. Seit dem Höhepunkt der Depression am 21. September kletterten der Deutsche Aktienindex (Dax) und der Euro-Stoxx 50 um über 30 Prozent. In den USA erreichten die wichtigsten Indizes ebenfalls wieder ihr Kursniveau vor dem 11. September. Selbst schlechte Quartalsergebnisse von Unternehmen wie Yahoo! oder Motorola hinterließen keine Spuren.

ddp.vwd BERLIN. Doch warnen Analysten vor zuviel Optimismus. Nach Ansicht der Bankgesellschaft Berlin steckt hinter der Erholung die Hoffnung der Anleger auf ein schnelles und für die Konjunktur folgenloses Ende der Militäraktionen in Afghanistan. Die könnte allerdings verfrüht sein. Insbesondere bei einer Ausweitung des Konflikts werde es an den Bösen wieder abwärts gehen. Auch die Frankfurter Commerzbank riet am Freitag vom "Kauf in der Krise" ab. Fundamental gebe es keinen Grund für die Kurserholung. Nur "risikofreudige" Anleger sollten Papiere aus dem Technologie- oder Kommunikationsbereich kaufen.

Nach Ansicht der Baden Bank AG-Württembergischen bleibt die Entwicklung am Aktienmarkt in der kommenden Woche eng an die Ereignisse in Afghanistan gekoppelt. Dabei sei mit starken Kursschwankungen zu rechnen, heißt es in einer Stellungnahme der Researchabteilung. Eher abwärts geht es nach Ansicht der Frankfurter DZ-Bank. Eine Fortsetzung des Booms an der Börse halten die Analysten jedenfalls für unwahrscheinlich. Der Beginn der Militäraktionen in Afghanistan sei kaum - wie beim Golfkrieg vor zehn Jahren - der Startschuss für eine Hausse.

Gerade am deutschen Aktienmarkt sei in der kommenden Woche mit Verlusten zu rechnen, da hier die Erholung bereits überdurchschnittlich stark ausgefallen sei, teilte die DZ-Bank mit. Einen ersten Dämpfer für den wieder erwachten Börsenoptimismus brachten bereits die US-Konjunkturdaten vom Freitag. Das könnte sich fortsetzen, wenn in der kommenden Woche die Quartalszahlen wichtiger Unternehmen wie IBM, General Motors oder Microsoft eine Konjunkturabschwächung in Folge der Terroranschläge untermauern sollten.

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