Quartalszahlen
Gewinnrückgänge bei wichtigen US-Unternehmen

Ford, Eastman Kodak und Time Warner blieben hinter den Ergebnissen des Vorjahres zurück. Die Gewinne bei Boeing und J.P. Morgan fielen hingegen höher als erwartet aus.

dpa/vwd/rtr/HB NEW YORK. In den USA haben am Mittwoch zahlreiche US-Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal vorgestellt. Während die künftig zur Chase Manhatten Corp. gehörende US-Investmentbank J.P. Morgan und Boeing die Erwartungen der Analysten übererfüllten, mussten Ford , Eastman Kodak und Time Warner Gewinnrückgänge hinnehmen.

Die Ford Motor Company hat im dritten Quartal 2000 auf Grund der Rückrufaktion von 6,5 Mill. Firestone-Reifen, einen deutlichen Gewinnrückgang auf 888 Mill. $ verbucht. In der Vorjahresvergleichszeit hatte der Konzern noch 959 Mill. $ verdient, wobei die Ergebnisse der inzwischen eigenständigen Ford-Autoteilesparte Visteon nicht berücksichtigt waren. Kurzfristige Gewinne seien nicht so wichtig, wie den Ford-Kunden gute Reifen zu geben, betonte Ford-Chef Jac Nasser. Die meisten der zurückgerufenen Firestone-Reifen befinden sich auf Ford-Explorer Ford-Geländewagen. wolle die Rückrufakktion so rasch wie möglich beenden. Ford hätte ohne die Kosten für den Rückruf im dritten Quartal einen Rekordgewinn verbucht. Im dritten Quartal setzte der zweitgrößte Auotmobilhersteller der Welt 40 (Vorjahr:37,3) Mrd. $ um und lieferte weltweit 1,654 (1,599) Mill. Autos aus.

Der Ford-Umsatz erreichte in den ersten neun Monaten dieses Jahres 127,5 (116,7) Mrd. $ und verdiente 2,4 (5,4) Mrd. $. Die Visteon-Abspaltung belastete das Resultat in dem Neunmonats-Zeitraum mit 2,3 Mrd. $. Ford verkaufte von Januar bis September 3,724 (3,507) Mill. Autos, davon 1,839 (1,795) Mill. außerhalb Nordamerikas.

Kodak-Gewinn unter dem Vorjahreswert

Eastman Kodak Co, Rochester, hat im dritten Quartal ein operatives Ergebnis je Aktie von 1,40 (1,45) $ erzielt. Der Umsatz stieg leicht auf 3,59 (3,58) Mrd $. Der Nettogewinn von 430 Mill. $ (Vorjahr: 466 Mill $) schließe Kosten für die Stilllegung von Produktionsstätten von zwölf Mill. $ aus, hieß es weiter. Bereits vor der Bekanntgabe hat Eastman Kodak darauf hingewiesen, dass der Gewinn je Aktie unter dem Vorjahreswert liegen wird. Als Gründe nannte das Unternehmen den im Vergleich zum Euro starken US-Dollar, gestiegene Rohstoffkosten und höhere Investitionen.

Der Medienkonzern Time Warner hat seinen Gewinn pro Aktie (EPS) im dritten Quartal von 27 Cent im Vorjahreszeitraum auf 6 Cent gesunken. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in New York mit. Die von First Call befragten Analysten hatten zuvor sogar mit einem EPS von 4 Cent gerechnet. Der Umsatz stieg von 6,723 Mrd.. USD im Vorjahreszeitraum auf 6.873 Mrd. USD. Das EBITDA fiel von 1,931 Mrd.. USD auf 1,607 Mrd.. USD. Das normalisierte EPS blieb mit 7 Cent unverändert.

J.P. Morgan übertrifft Erwartungen der Analysten

Die künftig zur Chase Manhattan Corp gehörende US-Investmentbank J.P.Morgan & Co. hat nach eigenen Angaben ihren Gewinn im dritten Quartal 2000 um 16 % gesteigert. Der Gewinn sei vor allem durch Zuwächse im Aktienhandel auf 514 Mill. $ gestiegen, teilte J.P.Morgan am Mittwoch in New York mit. Das entspreche einem Gewinn je Aktie von 2,77 $ und liege damit über den Erwartungen der Analysten an der Wall Street. Der Gesamtumsatz für das dritte Quartal lag mit 2,322 Mrd. $ 17 % über dem Vorjahresniveau. Die drittgrößte US-Bankholding Chase Manhattan hatte im vorigen Monat die Übernahme von J.P.Morgan für 33,2 Mrd. $ angekündigt.

Das US-Technologieunternehmen United Technologies Corp, Hartford, hat im dritten Quartal einen Nettogewinn 496 Mill. $ nach 90 Mill. $ im Vorjahr erwirtschaftet. Das entspricht einem Gewinn pro Aktie von 0,98 $. Der Umsatz von 6,465 Mrd $ (Vorjahr: 6,127 Mrd. $) ist durch den negativen Einfluss der Wechselkurse um zwei Prozent niedriger ausgefallen als erwartet, teilte die Gruppe mit. Der Cash-Flow im dritten Quartal betrug 478 Mill. $.

Boeing: Trotz rückläufiger Umsätze mehr Gewinn

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat im dritten Quartal trotz rückläufiger Umsätze mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Der Nettogewinn vor Sonderposten sei auf 650 (Vorjahr 512) Mill. $ entsprechend 0,74 (0,55) $ je Aktie gestiegen, teilte der größte Flugzeughersteller der Welt am Mittwoch mit. Die Erlöse seien zugleich auf 11,88 (13,28) Mrd. $ zurück gegangen.

Analysten hatten im Durchschnitt ihrer Prognosen einen Gewinn von 0,67 $ gesehen. Sie hatten wegen einer Reihe positiver Nachrichten zur Auftragslage sowie eines steigenden Cash-flow ein starkes Quartal bei Boeing erwartet. Boeing prognostizierte für 2001 einen Umsatz von 57 Mrd. $. Das liegt über der jüngsten Prognose von 51 Mrd. $ für das laufende Jahr, aber unter dem 1999er Umsatz von 58 Mrd. $.

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