Quartalszahlen
Hugo Boss mit rückläufigem Betriebsergebnis

Der Modekonzern Hugo Boss ist im ersten Quartal 2002 nach flauen Geschäften in Deutschland und den USA beim Gewinn auf der Stelle getreten. Der Gewinn nach Steuern sei um ein Prozent auf 57 Millionen Euro gestiegen, teilte das im MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag im württembergischen Metzingen mit.

Reuters METZINGEN. Das Betriebsergebnis ging um zwei Prozent auf 82,4 Millionen Euro zurück. Der Umsatz kletterte trotz eines Einbruchs in den USA im ersten Quartal um fünf Prozent auf 359,1 Millionen Euro. Boss hielt an den zuletzt vorsichtiger formulierten Erwartungen für das ganze Jahr 2002 fest. Demnach erwartet der Konzern einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 1,15 Milliarden Euro und einen Gewinn mindestens auf Vorjahresniveau. Die Boss-Aktie notierte in einem leichteren Marktumfeld nahezu unverändert zu ihrem Schlusskurs von Freitag bei 23,33 Euro.

Deutschland sei zurzeit der schwierigste Markt, teilte Boss weiter mit. Angesichts eines zweistelligen Einbruchs im textilen Einzelhandel habe man sich mit einem Umsatzrückgang um nur zwei Prozent auf 87,9 Millionen Euro gut gehalten. Im übrigen Europa kletterte der Boss-Umsatz um zwölf Prozent. England, Frankreich und Spanien verbuchten deutlich zweistellige Zuwächse, so dass sich für den ganzen Kontinent ein Plus von sieben Prozent auf 262 Millionen Euro ergab.

Unerwarteter Einbruch in den USA

In den USA gingen die Verkaufszahlen für "Boss"-Mode dagegen um 19 Prozent zurück. Das Ausmaß dieses Einbruchs liege auch am geänderten Rhythmus in der Auslieferung an den Handel, so dass sich das Minus in den nächsten Monaten reduzieren werde. Im März hatte der designierte Vorstandschef Bruno Sälzer allerdings noch mit Zuwächsen auf dem zweitgrößten Boss-Absatzmarkt gerechnet.

Boss bekräftigte die Erwartungen für das gesamte Jahr. Mit 1,15 Milliarden Euro Umsatz werde der Jahresüberschuss zumindest die 107 Millionen Euro aus dem Jahr 2001 wieder erreichen, hieß es. "Der Vorstand ist zuversichtlich, das Ertragspotenzial durch Effizienzsteigerungen und Kostenmanagement weiter verbessern zu können", fügte Boss hinzu. Ursprünglich war der Konzern von fünf Prozent mehr Gewinn und einem Umsatzzuwachs von bis zu sieben Prozent ausgegangen.

Sorgenkind "Boss Woman"

Das Sorgenkind von Hugo Boss, die vor zwei Jahren gestartete defizitäre Damen-Sparte "Boss Woman", verzeichnete erneut einen Umsatzrückgang auf 9,7 (2001: 11,7) Millionen Euro. Das Segment soll im Stil und in der Organisation neu ausgerichtet werden. Sälzer hatte zuletzt angekündigt, mit einer jüngeren Kollektion für Herbst/Winter 2003 und niedrigeren Preisen einen "zweiten Anlauf" zu nehmen und an Boss Woman festzuhalten.

In der zweiten Jahreshälfte 2003 soll die Sparte die Gewinnschwelle erreichen, nachdem sie im vergangenen Jahr einen Verlust von 23 Millionen Euro verbuchte. Die Orders für Herbst/Winter 2002 waren um mehr als ein Drittel eingebrochen. Bis zum Herbst sollen die Kreativabteilung und die Logistik in die bestehenden "Boss"-Sparten eingegliedert werden. Das Lizenzgeschäft mit Kosmetik, Brillen und Unterwäsche unter der Marke "Boss" läuft weiter gut. In den ersten drei Monaten stiegen die Lizenzeinnahmen um 22 Prozent auf 15 Millionen Euro.

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