Quartalszahlen
Schering steigert Gewinn zweistellig

Ein Umsatzschub in den USA hat dem Berliner Pharmakonzern Schering zu einer zweistelligen Gewinnsteigerung in den ersten drei Monaten des Jahres verholfen. Auch für das Gesamtjahr geht Schering von einem deutlichen Gewinnzuwachs aus. Analysten hatten zum Teil schwächere Zahlen erwartet und zeigten sich erfreut über die Erfolge in den USA.

rtr BERLIN. "Wir sind optimistisch, dass wir auch in den nächsten Quartalen eine schöne zweistellige Gewinnsteigerung zeigen werden", sagte Vorstandschef Hubertus Erlen am Freitag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Schering habe Belastungen aus der Argentinien-Krise und dem Japan-Geschäft verdaut. Man erwarte künftig auch geringere Einbußen bei den Wechselkursen wie zuletzt etwa durch den schwachen Yen. Zudem entwickelten sich neu eingeführte Präparate hervorragend.

Nachdem Schering jüngst die Umsatzprognosen für seine Anti-Baby-Pille Yasmin auf 400 Mill. ? erhöht hatte, nannte Erlen am Freitag auch neue Zahlen für das Verhütungsmittel Mirena. Mit dem Präparat wolle Schering nun jährliche Spitzenumsätze von 200 Mill. ? erzielen, nachdem bislang von 150 Mill. ? die Rede war. Die Schering-Aktie kletterte gegen Mittag um fast drei Prozent und war damit einer der stärksten Werte in einem leicht schwächeren Dax-Umfeld.

Auch Schering wichtigstes Präparat, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaferon, konnte den Angaben zufolge kräftig zulegen. Der Absatz stieg um 15 %. Bei Betaferon hatte die Branche gespannt auf neue Zahlen gewartet, nachdem der Schweizer Serono-Konzern vor sechs Wochen sein Konkurrenzprodukt Rebif auf dem US-Markt eingeführt hatte. Erlen sagte, der gesteigerte Betaferon-Absatz sei auch eine Folge verstärkter Marketinganstrengungen. Eine Studie im Auftrag der italienischen Regierung, die am Freitag veröffentlicht werde, zeige eine hohe Wirksamkeit von Betaferon.



Betriebsergebnis klettert um 11 Prozent



Dem bereits am Donnerstagabend vorzeitig bekannt gewordenen Quartalsbericht zufolge kletterte das Betriebsergebnis in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal um elf Prozent auf 213 Mill. ?. Der Reingewinn wuchs demnach mit zwölf Prozent auf 141 Mill. ? noch stärker. Der Umsatz legte bereinigt um Wechselkursschwankungen um acht Prozent auf 1,24 Mrd. ? zu. Von Reuters befragte Analysten hatten im Vorfeld beim Betriebs- wie Reingewinn im Schnitt lediglich einen Anstieg von unter zehn Prozent vorausgesagt.

Umsatz wächst vor allem in USA und Asien

In den einzelnen Regionen konnte Schering vor allem in den USA und in Asien (ohne Japan) einen deutlichen Umsatzzuwachs verzeichnen. In den USA kletterten die Umsätze um 29 % auf 311 Mill. ?. Im Gesamtjahr erwarte man ein Plus von rund 20 %. "Der Markt hat ein bemerkenswertes Wachstum gezeigt", sagte Erlen. Dies sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Ziel, in den USA den Umsatz zu verdoppeln. In Japan seien die Umsätze allerdings auf Grund der Wechselkursentwicklung wegen staatlich angeordneter Preissenkungen um 15 % zurückgegangen.

Umsatz soll 2002 knapp 10 Prozent steigen

Im Gesamtjahr 2002 erwartet Schering den Angaben zufolge weiterhin ein Umsatzplus "knapp unterhalb einer zweistelligen Zahl". Betriebs- und Reingewinn würden zweistellig steigen.

Andreas Schmidt von Merrill Lynch sagte, die Zahlen seien in etwa so erwartet worden. Positiv sei aber, dass die neuen Produkte besonders in den USA außerordentlich erfolgreich seien. Da in den USA höhere Preise zu erzielen seien, sei auch das Umsatzwachstum in der Region sehr positiv zu beurteilen. Betaferon habe sich besser verkauft als erwartet. Auch Wolfgang Sawatzki von Sal. Oppenheim bewertete vor allem den Absatz von Yasmin und Mirena positiv. Schering teilte ferner mit, dass das Unternehmen voraussichtlich im zweiten Quartal den Verkauf seiner 24-prozentige Beteiligung an Aventis CropScience an Bayer abschließen werde. Schering erhält aus dem Verkauf rund 1,5 Mrd. ?, mit dem das Unternehmen vor allem in den USA und im Bereich Therapie von Hautkrankheiten zukaufen will.

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