Quartalszahlen
US-Investmenthäuser spüren Aktienschwäche bei Erträgen

Die renommierten Wall-Street-Investmenthäuser Morgan Stanley Dean Witter und Goldman Sachs haben im vierten Quartal die Schwäche an den Aktienmärkten in ihren Geschäftszahlen zu spüren bekommen.

Reuters NEW YORK. Die renommierten Wall-Street-Investmenthäuser Morgan Stanley Dean Witter und Goldman Sachs haben im vierten Quartal die Schwäche an den Aktienmärkten in ihren Geschäftszahlen zu spüren bekommen. Morgan Stanley verbuchte in diesem Zeitraum einen Gewinnrückgang um 26 % auf 1,21 (Vorjahr: 1,63) Mrd. $, teilte die Bank am Dienstag in New York mit. Neben dem schrumpfenden Wert der Eigeninvestitionen waren nach Angaben des Bankhauses auch schwache Ergebnisse im Anleihehandel und Personalkosten für den Gewinnrückgang verantwortlich. Bei Konkurrent Goldman Sachs wirkte sich die Aktienschwäche ebenfalls in geringeren Investmentbanking- und Handelsumsätzen aus. Der Gewinn einschließlich der Übernahmekosten für das US-Unternehmen Spear Leeds & Kellog (SLK) sank um 17 % auf 601 Mill. $.

Bei Morgan Stanley fiel der Gewinn pro Aktie im vierten Quartal (zum 30. November) den Angaben zufolge unerwartet auf 1,06 $ von 1,42 $ im Vorjahr. Analysten hatten laut einer Umfrage von First Call/Thomson Financial einen Gewinn je Aktie von 1,29 $ erwartet. Morgan Stanley machte unter anderem schlechte Ergebnisse beim Geschäft mit Regierungsanleihen und im Investmentbanking für die Verluste verantwortlich. Besonders der Wertverlust von Aktien aus der Telekommunikations- und Internetbranche habe den Wert der Eigeninvestitionen geschmälert, hieß es. Der Umsatz des vierten Quartals stagnierte im Vergleich zum Vorjahr bei 5,7 Mrd. $.

Das US-Investmenthaus Goldman Sachs verzeichnete nach eigenen Angaben in den drei Monaten zum zum 24. November bei fallenden Investmentbanking- und Handelsumsätzen ebenfalls Gewinneinbußen. Bei Ausklammerung der SLK-Übernahmekosten von 180 Mill. $ ergebe sich indes ein Gewinnplus von drei Prozent auf 781 Mill. $. Auf Grund der Aktienschwäche hätten deutlich weniger Firmen den Gang an den Aktienmarkt gewagt; auch die sinkenden Umsätze an den Aktienmärkten hätten sich auf die Quartalszahlen ausgewirkt, hieß es. Der Gewinn je Aktie fiel den Angaben zufolge auf 1,50 $ von 1,54 $ im vergangenen Jahr. Das Investmenthaus übertraf somit die in Folge der Aktienschwäche bereits zurückgeschraubten Erwartungen der Analysten von durchschnittlich 1,38 $ je Aktie. Die Umsätze seien auf Grund des schwachen Investmentbanking um zehn Prozent auf acht Mrd. $ gesunken.

In New York stieg die Goldman Sachs-Aktie bis gegen 19.30 Uhr MEZ um über acht Prozent auf 93-1/8 $. Die Wertpapiere von Morgan Stanley gewannen gut fünf Prozent auf 73-1/8 $. Analysten sagten, die steigenden Aktienkurse seien auf die Erwartung der Investoren zurückzuführen, dass die Investmenthäuser nun das Schlimmste überstanden hätten. Außerdem drückten die Kurse die Hoffnung aus, die Fed werde im Anschluss an ihre Sitzung am Dienstagabend (MEZ) eine baldige Zinssenkung signalisieren.

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