Quartalszahlen werden nächste Woche veröffentlicht – E-Trade startet in Deutschland
Online-Broker bleiben unter Druck

In der kommenden Woche werden die drei großen deutschen Online-Broker ihre Zahlen für das dritte Quartal veröffentlichen. Die Eröffnung macht Comdirect am Montag. Am Dienstag folgen Consors, am Donnerstag schließlich die DAB Bank. Die Veröffentlichung der Quartalszahlen wird Aufschluss darüber geben, wie stark das Geschäft unter der Baisse gelitten hat. Die Mütter der Online-Broker suchen nach Möglichkeiten für Fusionen.

HB FRANKFURT/M. Die Quartalszahlen werden geprägt sein von dem schwierigen Marktumfeld. Analysten von Concord Effekten rechnen für die DAB und für Consors mit höheren Verlusten nach Steuern als im zweiten Quartal. Comdirect wird nach den Schätzungen zwar auch rote Zahlen schreiben, aber in geringerem Umfang als im zweiten Quartal.

Angesichts der schwierigen Marktlage hält der Konsolidierungsdruck in der Branche unverändert an. "Jeder redet mit jedem", heißt es. Intensiv in diese Gespräche eingebunden ist der Nürnberger Broker Consors, eine Tochter der Schmidt Bank. Zuerst wurde der Zusammenschluss mit der DAB Bank auf Eis gelegt, weil deren Mutter Hypo-Vereinsbank offensichtlich kalte Füße bekam. Anfang dieser Woche verlautete aus Bankenkreisen, dass die Commerzbank, Mutter der Comdirect, die Gespräche mit Consors wegen überhöhter Forderungen des Consors-Chefs Karl-Matthäus Schmidt abgebrochen habe. Neben den drei großen Online-Brokern sind mit Maxblue, Postbank Easytrade, dem S-Broker der Sparkassen-Finanzgruppe, SEB-Invest oder Entrium noch weitere ernst zu nehmende Konkurrenten im Markt.

Mit dem zweitgrößte US-Broker E-Trade kommt nun eine weiterer hinzu. "Wir wollen innerhalb von 24 Monaten in Deutschland die Gewinnzone erreichen", sagte der Vorstandschef von E-Trade Deutschland, Torsten Zibell, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. In zwei bis drei Jahren wolle E-Trade einer der führenden Direktbanken in Deutschland sein. Kooperationen mit Konkurrenten wie Consors oder der Comdirect Bank seien nicht geplant. E-Trade werde aber Übernahmen prüfen, wenn sich die Gelegenheit biete. Wie schwierig es allerdings ist, auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen, zeigt die Tatsache, dass Anbieter wie Systracom, Fimatex, First-E oder eQ-Online sich ganz oder teilweise zurückgezogen haben. Analysten von West LB Panmure halten den Start von E-Trade für äußerst riskant.

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