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Quartalzahlen nach Handelsschluss

Die New Yorker Aktienmärkte tendierten am Mittwoch schwächer. Kursverluste bei den Chipwerten belasteten die Aktien, nachdem Analysten negative Kommentare für den Sektor ausgesprochen hatten. Auch die Branche der Medien- und Internetwerte geriet unter Druck.

Die wichtigen Nachrichten, auf die die Investoren über den Tag gewartet hatten, kamen erst nach Handelsschluss. Intel meldete erfreuliche Quartalszahlen und übertraf die Gewinnerwartungen der Analysten um drei Cents. Der größte Chiphersteller der Welt erwirtschaftete in den vergangenen drei Monaten einen Gewinn von 41 Cents pro Aktie und konnte den Umsatz statt auf die erwarteten 8,64 Milliarden auf 8,73Milliarden Dollar steigern. Investoren können sich über positive Zukunftsaussichten freuen. Für das vierte Quartal rechnet das Management mit Umsatzwachstum von vier bis acht Prozent. Damit sollte dem ein oder anderen besorgten Investoren ein Stein von Herzen fallen. Nachbörslich legte Intel leicht zu.



IBM

dagegen enttäuschte die Anleger mit dem Umsatzwachstum. Big Blue konnte im abgelaufenen Quartal mit 1,08 Dollar pro Aktie zwar die Erwartungen des Marktes einhalten. Im Berichtszeitraum wurden jedoch 1,4 Milliarden Dollar in Aktien zurückgekauft. Durch diesen Vorgang konnte man den Ertrag pro Aktie einhalten. Zudem lag der Umsatz mit 21,78 Milliarden Dollar rund 600 Millionen Dollar unter den Schätzungen des Marktes. Noch zum Wochenauftakt äußerte sich das Brokerhaus Merrill Lynch, was die Umsatzentwicklungen betrifft, positiv. Wie auch bei Salomon Smith Barney rechnete man mit einem Umsatzplus von rund 5 bis 6 Prozent. Tatsächlich aber konnte der Umsatz um nur drei Prozent gesteigert werden. Neben dem schwachen Euro, wurde der Geschäftsverlauf durch eine unerwartete Abkühlung der Softwaresparte und geringeres Wachstum im Service-Bereich gebremst.



Auch, wenn der PC-Bereich das erste mal seit drei Quartal schwarze Zahlen schreiben konnte, hält sich der Jubel über die Ergebnisse in Grenzen. Das Management deutete an, dass der schwache Euro das vierte Quartal stärker als bisher erwartet treffen könnte. Man bekräftigte jedoch, dass man bemüht sei zielstrebig die durchschnittlichen Gewinnschätzungen für das nun laufende Quartal zu erreichen. Was das Umsatzwachstum betrifft, soll dies in diesem Quartal über dem Niveau des dritten Quartals ausfallen. IBM tendierte im nachbörslichen New Yorker Handel rund sieben Dollar schwächer.



Nachdem die Nachricht der Feuerpause in Nahost die Märkte am Morgen zunächst beflügelt hatten, sorgten Wachstumsbedenken wieder für besorgte Stimmung auf dem Parkett. Der Dow Jones verlor am Dienstag rund 1,4 Prozent auf 10089 Punkte. Der Nasdaq Index schloss mit einem Minus von 2,3 Prozent auf 3213 Zählern.



Die Märkte belasteten am Dienstag vor allem die negativen Kommentare auf die Aktien des computerverwandten Sektors. Paine Webber stufte am Morgen Abobe Systems und Micron Technology ab. Analyst Ben Reitzer reduzierte die Einschätzung von Adobe von "kaufen" auf "attraktiv". Nachdem die Aktie in diesem Jahr bereits 96 Prozent an Wert zugelegt hat, hält der Experte weitere Kurssteigerungen für unwahrscheinlich.



Auch Micron Technoloy kämpft mit einer Abstufung von Paine Webber. Wegen sinkender Preise für DRAM Chips reduzierten die Experten das Kursziel der Aktie drastisch von 110 auf 50 Dollar und stufte den Wert von "kaufen" auf "attraktiv" ab.



Über den Medien- und Internetaktien schwebten am Dienstag dunkle Gewitterwolken. Ausgelöst wurde der Abgabedruck durch eine Studie von Lehman Brothers. Die Analystin Holly Becker stuft die Aktien von Yahoo auf "halten" ab und äußert sich skeptisch zu der Entwicklung der Werbeeinnahmen. Investoren sollten davon ausgehen, dass das Umsatzwachstum von Quartal zu Quartal nur noch einstellig ausfallen werde und die Gewinnmargen unter Druck blieben. Auf diesen Aussichten basierend, sei die Aktie reich bewertet. Ohne Frage werde das Geschäft mit Online-Werbung langfristig sehr profitabel sein und sich bei Marktführern wie America Online und Yahoo bezahlt machen. Becker rechnet für 2001 jedoch lediglich mit einer branchenweiten Steigerung der Werbeeinnahmen von zehn bis 20 Prozent, die damit hinter dem Wachstumsziel der Branche von 50 bis 60 Prozent zurücklägen.



Pessimistische Prognosen bei America Online und Time Warner ließen die Anleger die für Dienstag Abend angekündigten Quartalsergebnisse von Technologiegiganten Intel und IBM vergessen. Time Warner belasteten Bedenken, dass das Quartalsergebnis schwächer als erwartet ausfallen könnte. Erhöhte Ausgaben und gestiegene Steuerzahlungen sollen das Ergebnis belasten.



Der Philadelphia Semiconductor Index verlor über den gesamten Handelstag rund elf Prozent an Wert. Mit dem Trend verlor auch Terdayne. Die Gewinnwarnung für das laufende Quartal verhagelte dem Hersteller von Messtechnik für die Chipindustrie die Kursgewinne. Zwar hatte Teraydne im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 84 Cents pro Aktie gemeldet, doch wird der Umsatz im vierten Quartal rund zwei bis vier Prozent unter dem Niveau des dritten Quartals liegen. Statt des erwarteten Gewinns von 99 Cents pro Aktie würden somit nur Erträge von 60 Cents pro Papier erwirtschaftet. Merrill Lynch stufte die Aktie von "kaufen" auf verkaufen ab.

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