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Queen beendet Deutschland-Besuch mit „neuem Vertrauen“

Die britische Königin Elizabeth II. hat ein sehr positives Fazit ihres dreitägigen Deutschlandbesuchs gezogen und sich für den warmen Empfang bedankt.

dpa DÜSSELDORF. Die britische Königin Elizabeth II. hat ein sehr positives Fazit ihres dreitägigen Deutschlandbesuchs gezogen und sich für den warmen Empfang bedankt. Sie reise ab mit "neuem Vertrauen in die tiefe Freundschaft" zwischen Deutschland und Großbritannien, betonte die Monarchin am Donnerstag im nordrhein-westfälischen Landtag.

Die Königin äußerte sich erfreut über die Freundlichkeit der Deutschen. "Ich nehme Abschied voller Dankbarkeit für den warmen Empfang, den man mir überall bereitet hat." Die Monarchin und Prinzgemahl Philip waren von mehr als tausend Schaulustigen in Düsseldorf jubelnd empfangen worden. Viele schwenkten britische Fähnchen. Es war der vierte Staatsbesuch der Queen in Deutschland, zum zweiten Mal nach 1965 kam sie dabei nach Nordrhein-Westfalen.

Landtagspräsident Ulrich Schmidt und Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) hoben die tiefen freundschaftlichen Beziehungen beider Länder hervor. "Bomben standen dieser Freundschaft, aus der auch längst Familien hervorgegangen sind, nicht im Wege", sagte der Präsident.

Steinbrück sagte, mit rund 300 britischen Unternehmen in NRW seien auch wirtschaftlich feste Verbindungen zwischen beiden Ländern geknüpft worden. Die Queen ihrerseits hob die Niederlassungen von rund 3 000 deutschen Firmen im vereinten Königreich hervor, die dort 350 000 Arbeitsplätze geschaffen hätten. Der gegenseitige Austausch sei inzwischen so alltäglich geworden, "dass wir uns davor hüten müssen, dies alles für selbstverständlich zu nehmen", mahnte die Monarchin.

Während ihres rund fünfstündigen Aufenthalts in Düsseldorf wurden zum Schutz der Königin etwa 2000 Polizisten aufgeboten. Der Besuch verlief aber gänzlich reibungslos. Die Queen trug einen beigen Kaschmir-Mantel mit dunklem Nerzbesatz und einen dazu passenden Hut mit Schleife. Viele "bekennende Royalisten" hatten weite Anfahrtswege in Kauf genommen, um einen Blick auf die elegante Regentin zu erhaschen.

Nach ihrem Besuch im Landtag fuhr sie gemeinsam mit Steinbrück in ihrem Bentley zum Düsseldorfer Ständehaus. In dem früheren Landtagsgebäude und heutigen Kunstmuseum traf sie Künstler, Modeschöpfer und junge Wissenschaftler.

Bei einem Drei-Gänge-Menü wurden der Monarchin rheinische Spezialitäten serviert: Zander mit Schwarzbrotkruste auf grünem Bohnensalat und Düsseldorfer Senfsoße. Als Hauptgericht gab es Rheinischen Sauerbraten mit Spitzkohlköpfchen und Kartoffelkloß, als Nachspeise Armer Ritter mit Preiselbeeren und geeistem Altbierschaum.

Per Hubschrauber hatte Prinz Philip am Nachmittag die zum Weltkulturerbe zählende Zeche Zollverein in Essen besucht. Der 83- jährige Prinzgemahl traf in dem umgebauten Industriedenkmal mit Designern zusammen - darunter die deutsche Modeschöpferin Jette Joop.

Derweil besuchte die Königin die fünfjährige, an Krebs erkrankte Gabriella in der Düsseldorfer Universitätsklinik. Die wegen eines Nierentumors behandelte kleine Tochter eines britischen Soldaten der Rheinarmee ist die einzige englische Patientin der Klinik.

Am Abend flogen die königlichen Besucher mit einer halbstündigen Verspätung nach Großbritannien zurück. Die Maschine der British Airways hob um 17.37 Uhr vom Düsseldorfer Flughafen Richtung London ab. Elizabeth II. und Prinz Philip hatten in den ersten Tagen Berlin und Potsdam besucht.

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