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Quelle will den Versandhandel stärken

Die Fürther Quelle AG wird nach den Worten des neues Vorstandsvorsitzenden Christoph Achenbach ihr traditionelles Versandgeschäft in Deutschland stärken und die Internationalisierung weiter vorantreiben.

vwd MÜNCHEN. Es gebe keinen Grund, die bisherige Strategie gravierend zu ändern, vielmehr müsse das Unternehmen "an den feinen Rädern drehen", sagte Achenbach in München. Zugleich bekräftigte er die vom Vorstandsvorsitzenden der Karstadt-Quelle AG, Wolfgang Urban, im Oktober 2000 genannten Ergebnisziele für den Versandhandel.

Demnach soll das Versandgeschäft in Deutschland, das rund 60 % zum Umsatz beiträgt, ertragreicher wirtschaften und der Textilbereich verbessert werden. Die von Urban damals genannte Zielrendite (Ergebnis vor Steuern im Verhältnis zum Nettoumsatz) von vier Prozent für das Jahr 2003 bezeichnete Achenbach als "hohe Messlatte". Vor allem im Textilbereich sowie in der Präsentation des Katalogs müsse Quelle moderner und frischer werden. Dafür seien zum Teil neue Lieferanten gewonnen und das Sortiment erneuert worden. Zwar wolle das Unternehmen durch das Gewinnen neuer Kunden das derzeitige Durchschnittsalter von 42 Jahren verjüngen. Jedoch bleibe Quelle ein Unversalanbieter, sagte Achenbach.

Die beiden Versandhäuser Quelle und Neckermann bleiben nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden als eigenständige Marken erhalten, werden aber Synergien heben. Demnach werden beide Häuser bei der Unterhaltung von Einkaufsbüros im Ausland zusammenarbeiten und die Einkaufsvorteile gemeinsamer Lieferanten nutzen. Einsparpotenziale werden auch durch das Zusammenlegen des technischen Kundendienstes beider Häuser erwartet. Im Ausland, wo Quelle rund rund 20 % des Umsatzes erwirtschaftet, will der Einzelhändler durch weitere Zukäufe wachsen, sagte Achenbach. Derzeit führe das Versandhaus Gespräche mit Unternehmen in Skandinavien und Großbritannien.

Die anvisierte Rendite ist "ehrgeizig"

Die bereits früher genannte Rendite von vier Prozent für das Auslandgeschäft bezeichnete er als "ehrgeizig". Zu berücksichtigen sei, dass viele Auslandstöchter als Universalversender auftreten und daher im Wettbewerb zu allen anderen Anbietern stünden. Ehrgeizig und realistisch nannte Achenbach die vorgegebene Rendite von sechs Prozent für den Spezialversand. Dieses Ziel für 2003 werde man sicher überspringen können. Konkrete Angaben zu Umsatz- und Ergebnisprognosen machte Achenbach mit Hinweis auf die bevorstehende Bilanz-Pressekonferenz der Karstadt-Quelle AG nicht. Die laufenden Kosten sollen seinen Worten zufolge um rund drei Prozent pro Jahr gesenkt werden.

Dabei schloss er Personalreduzierungen durch betriebsbedingte Kündigungen aus. Quelle werde ihren Focus eindeutig auf dem Versandhandel behalten, für den alle Orderwege wie Telefon, Bestellkarte, Internet und Agenturen genutzt werden sollen. Die rund 7 000 Quelle-Shops und die rund 160 Quelle Technik Center würden nicht ausgebaut. Dagegen werde das Unternehmen in den Ausbau der Tochtergesellschaften Elegance und Peter Hahn investieren. Ausgebaut werden sollen ebenso die e-commerce-Aktivitäten.

Das bislang von Achenbach verantwortete Finanzressort im Vorstand werde noch im Mai neu besetzt, kündigte der Vorstandsvorsitzende an. Die Entscheidung sei "im wesentlichen" gefällt. Über die Besetzung der Vorstands-Ressorts Ausland und Spezialversand werde nicht kurzfristig entschieden.

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