Quellensteuer-Problem nicht lösbar
DEB zieht WM-Bewerbung für 2009 zurück

Schlechte Nachrichten für Eishockey-Fans: Die besten Puckjäger der Welt werden bis auf Weiteres nicht in Deutschland zu Gast sein. Drei Jahre nach der letzten Ausrichtung hat der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Donnerstag in Prag seine Bewerbung um die WM 2009 zurückgezogen, nachdem er im Vorjahr mit seiner Kandidatur für 2007 an Russland gescheitert war und für 2008 Kanada den Vortritt ließ.

HB PRAG. Der deutsche Verband hatte sich bis zuletzt um eine Befreiung von der Quellensteuer bemüht, der entsprechende Antrag wurde von der bayerischen Finanzverwaltung jedoch abgelehnt. DEB-Präsident Hans- Ulrich Esken kündigte eine vorsorgliche Klage gegen den Bescheid an. Er kritisierte ihn als "engstirnig" und während der entscheidenden Phase der Leipziger Olympia-Bewerbung als unverständlich. Schon nach der Abstimmungsniederlage für 2007 gegen Russland hatte der DEB auch steuerliche Nachteile als Grund genannt.

Unterstützung bekam Esken vom Präsidenten des Deutschen Sport- Bundes (DSB), Manfred von Richthofen. "Es wird höchste Zeit, dass die Politik bessere Wettbewerbs-Chancen für unsere Verbände schafft", sagte er der "Frankfurter Rundschau". "Bei allen vergleichbaren Bewerbungen hindern uns die hiesigen Bedingungen, in einen aussichtsreichen Wettbewerb treten zu können."

Die Höhe der entgangenen Quellensteuer werde durch andere Steuereinnahmen während der WM mehr als aufgewogen. "Man will einen Apfel haben und verzichtet dafür auf ein Kilo Äpfel", sagte Esken. Der DEB hatte in einem Gutachten den volkswirtschaftlichen Nutzen einer Eishockey-WM feststellen lassen, und zwar durch den selben Gutachter, der dies auch für die Fußball-WM 2006 nachgewiesen hatte. Dessen Wertung habe aber offenbar keine Rolle gespielt, meinte Esken.

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