Quote der Erwerbslosen erhöht sich erstmals seit vier Monaten
Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt

Die Arbeitslosenzahl erhöhte sich im Euro-Raum im Oktober deutlicher als in den Monaten davor. Besonders kräftig war der Anstieg in Spanien.

ari/noh DÜSSELDORF/FRANKFURT. Die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone wird sich in den nächsten Monaten weiter verschärfen. Darauf deuten die Unternehmenspläne über den Abbau von Arbeitsplätzen im November hin, die die Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) monatlich erfasst. Die Zahlen liegen dem Handelsblatt vor. Den Arbeitsmarkt trifft dies in einer ohnehin schwierigen Lage. Denn im Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt zum Vormonat um 0,5 % gestiegen. Der Anstieg hat sich deutlich beschleunigt.

Normalerweise belebt sich der Arbeitsmarkt im Herbst. Die erste Erhöhung der Arbeitslosenquote nach vier Monaten von 8,3 % auf 8,4 % belegt die Belastung durch die Konjunkturschwäche. Vor einem Jahr veränderte sich die Quote (8 %) nicht. Bankvolkswirte schätzen, dass sich das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal abgeschwächt hat. Erste Zahlen veröffentlicht das Statistikamt Eurostat heute.

Die Zahl der von den Unternehmen im Euro-Raum öffentlich angekündigten Stellenstreichungen ist zwar im November gegenüber dem Vormonat von 58 000 auf 42 000 zurück gegangen. Nach Ansicht von Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt von CSFB, der diese Statistik führt, ist dies jedoch keinesfalls ein Signal für Entwarnung.

Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt, der den Einfluss der Quartalsberichtssaison auf den Verlauf der Reihe weitgehend ausschaltet, weist auf eine ungebremste Dynamik beim Kapazitätsabbau und der Rationalisierungsinvestitionen der europäischen Unternehmen hin. Mit 43 000 pro Monat wurden von September bis November ebenso viele Sellen gestrichen wie in der Vorjahreszeit, unmittelbar nach den Terroranschlägen in den USA (Grafik). "Das lässt wenig Hoffnung für die Entwicklung des privaten Konsums im nächsten Jahr aufkommen", kommentiert Callow die Zahlen.

Auch in Westeuropa insgesamt verringerte sich der angekündigte Stellenabbau, während der gleitende Durchschnitt stieg. Am stärksten ausgeprägt war der Kürzungseifer erneut im Technologie- und Telekom-Sektor und - mit deutlichem Abstand - im Automobilbereich. France Télécom, Degussa und Cable & Wireless gehörten im November zu den Unternehmen, die den zahlenmäßig größten Stellenabbau bekannt gaben.

Der realisierte Stellenabbau kommt inzwischen zunehmend in der Arbeitslosenstatistik an. Allein im Oktober waren in der Euro-Zone nach Eurostat- Schätzungen 11,6 Millionen Personen arbeitslos - ein Plus von 4,6 % im Jahresvergleich. Seit Mai liegt der Anstieg zwischen 4,3 und 5 % - von Januar bis April waren es nur 1 % bis 3,5 %.

In den meisten Euro-Ländern ist die Arbeitslosenquote höher als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg in Spanien (+ 0,8 Prozentpunkte), das mit 11,7 % erneut die höchste Arbeitslosigkeit verzeichnet. Auch in Portugal (+0,8 Punkte) und Luxemburg (+0,6 Punkte) war das Plus überdurchschnittlich, indes bei recht niedrigen Arbeitslosenquoten. Deutschland liegt mit einer nach den strengeren Ilo-Kriterien berechneten Quote von 8,3 % und einem Anstieg in Jahresfrist um 0,4 Punkte etwa im Durchschnitt. Im November ist die deutsche Arbeitslosenzahl saisonbereinigt weiter gestiegen, schätzen Experten. Ob unbereinigt die Marke von vier Millionen überschritten wurde, ist umstritten, da die Witterung relativ mild war. Die Zahlen werden am Mittwoch ebenfalls veröffentlicht.

Quelle: Handelsblatt

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