Rabattgesetz fällt im nächsten Jahr
Einzelhandel will Treuekarte einführen

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels will auf die Abschafftung des Rabattgesetzes mit einer Treuekarte auch für Fachgeschäfte reagieren.

dpa BERLIN. Wie bisher schon bei manchen Handelsriesen sollen die Kunden künftig auch in kleinen Fachgeschäften mit einer Treuekarte einkaufen und dabei Rabattansprüche sammeln können. Ermöglichen soll dies die von der Bundesregierung geplante Abschaffung des Rabattgesetzes. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) bereite die Einführung eines solchen Systems vor, bestätigte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr am Dienstag in Berlin.

Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der HDE arbeite mit Hochdruck an einer solchen Karte, die Treuerabatte in Hunderttausenden Geschäften bieten solle. Damit bereite sich die Branche auf den Fall des Rabattgesetzes vor. Die Bundesregierung wolle bis Ende Dezember ihren Gesetzentwurf vorlegen.

Wettbewerbsnachteile für Mittelstand und Einzelhändler

Der HDE befürchtet bei einem Wegfall der bisherigen Begrenzungen für die Vergabe von Rabatten schwerwiegende Wettbewerbsnachteile für den Mittelstand und die kleinen Einzelhändler. Wegen ihres geringeren Umsatzes könnten sie mit den Großen der Branche beim Angebot von attraktiven Preisnachlässen oder Bonusregelungen nicht mithalten, sagte Pellengahr. Bisher seien auch die umsatzstärksten Handelsgeschäfte an gesetzliche Grenzen - höchstens 3 % Rabatt - gebunden. Wenn diese Bestimmungen fallen, seien Nachteile für den Mittelstand zu erwarten.

Treuekarte regt an in "Verbund-Geschäften" einzukaufen

Dagegen wollten sich die kleinen Einzelhandelsgeschäfte durch eine Art branchenübergreifendes Verbundsystem wehren. Durch den Zusammenschluß - der Kunde kann in vielen verschiedenen Geschäften auf einer Treuekarte Punkte sammeln - werde ein größerer Umsatz erreicht. Damit lohne sich das auch für den Käufer. Die Einzelheiten stehen allerdings noch nicht fest.

Wahrscheinliches "Aus" für Rabattgesetz im nächsten Jahr

Das Aus für das über 60 Jahre alte Rabattgesetz soll spätestens im nächsten Jahr besiegelt werden. Die Bundesministerien für Wirtschaft und Justiz hatten Ende Juni bekräftigt, dass das Gesetz sowie die Zugabenverordnung möglichst bald abgeschafft oder neu gefasst werden sollen. Damit könnten Verbraucher Preise künftig frei aushandeln. Die bisherigen Regelungen verbieten es dem Handel, Preisnachlässe und Zugaben über enge Grenzen hinaus zu gewähren.

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