Rabbani rechnet nicht mit Durchbruch
Afghanistan-Konferenz auf Petersberg bei Bonn

Die internationale Afghanistan-Konferenz findet nun doch nicht in Berlin, sondern auf dem Petersberg bei Bonn statt. Die Wahl fiel nach einigem Hin- und Her auf das Gästehaus im Siebengebirge, in dem die Tagung "sicher und ungestört" über die Bühne gehen könne, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch sagte.

afp BERLIN/MOSKAU. Bei der Konferenz sollen die Vertreter der verschiedenen afghanischen Volksgruppen über eine Übergangsregierung für ihr Land verhandeln. Der aus dem Exil zurückgekehrte afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani rechnet nicht mit einem Durchbruch.

Bei der Suche nach einem geeigneten Tagungsort hatten die Vereinten Nationen nach Angaben des Auswärtigen Amtes besonderen Wert auf Ruhe und Sicherheit gelegt. Der Petersberg, wo bereits mehrere wichtige internationale Konferenzen stattgefunden haben, lässt sich leicht abriegeln. Die Bundesregierung will nur den organisatorischen Rahmen der Konferenz zur Verfügung stellen und tritt nicht als Mitveranstalterin auf. Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) hatte am Dienstag mitgeteilt, die Tagung werde in Deutschland stattfinden.

Die Versammlung soll nach Angaben des Auswärtigen Amtes die wesentlichen Volksgruppen Afghanistans repräsentieren. Sie ist der erste Schritt zur Erfüllung eines Fünf-Punkte-Plans für die politische Zukunft des Landes, den die UNO in der vergangenen Woche vorgelegt hatte. Zu erwarten sei eine Teilnehmerzahl in der Größenordnung von 50 bis 70 Personen. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye sagte, die Bundesregierung erhoffe sich ein Ergebnis, mit dem Afghanistan innenpolitisch stabilisiert und ein rascher Wiederaufbau der staatlichen Strukturen des Landes ermöglicht werden könne.

Rabbani sagte der russischen Tageszeitung "Wremia Nowosti" vom Mittwoch, er sehe das geplante Treffen als "unbedeutend" an. Die wichtigsten politischen Probleme könnten nur in dem Land selbst gelöst werden. Die Delegation der Nordallianz soll von ihrem "Innenminister" Junis Kanooni geleitet werden. Mindestens eine weibliche Delegierte werde dabei sein, sagte Kanooni der Nachrichtenagentur AFP in Kabul. Auch der ehemalige afghanische König Mohammed Sahir Schah wird Gesandte nach Deutschland schicken. Vertreter der paschtunischen Mehrheit sollen nach dem Willen der UNO ebenfalls teilnehmen, die Taliban selbst hingegen nicht.

Nach Angaben des Bundesinnenmisteriums wird die Konferenz voraussichtlich unter der höchsten Sicherheitsstufe stattfinden. Die Bundesrepublik sei durchaus in der Lage, die Sicherheit der Veranstaltung zu gewährleisten, sagte Ministeriumssprecher Rainer Lingenthal in Berlin. Es gebe keine Hinweise auf eine terroristische Bedrohung.

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