Racheanschlag nach Tod von Hamas-Militärchef
Israel und Palästinenser schieben sich Schuld zu

Israel und die Palästinenser haben sich am Sonntag gegenseitig für die jüngste Eskalation der Gewalt verantwortlich gemacht. Nach der gezielten Tötung des Militärchefs der islamischen Hamas-Bewegung kam am Sonntag ein israelischer Soldat bei einem Mörserangriff ums Leben. Israelische Kampfhubschrauber griffen daraufhin palästinensische Ziele im Gazastreifen an.

ap JERUSALEM. Mit Blick auf die am Montag beginnende neue Vermittlungsmission der USA sagte der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon seinem Kabinett: "Wir werden jeden Versuch unternehmen, um einen Waffenstillstand herbeizuführen." Entscheidend dafür seien aber die Absichten des palästinensischen Verwaltungschefs Jassir Arafat. Außenminister Schimon Peres bezeichnete den Anschlag auf den Hamas-Militärchef Mahmud Abu Hanud als einen Akt der Selbstverteidigung. Abu Hanud sei für zahlreiche Selbstmordanschläge in Israel verantwortlich.

Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabo machte Israel für die neue Gewalt verantwortlich. Ohne die Entsendung internationaler Beobachter sei kein wirksamer Waffenstillstand möglich.

Bei dem Mörserangriff auf einen Posten nahe der jüdischen Siedlung Kfar Darom im Gazastreifen wurden neben dem getöteten Soldaten zwei weitere verletzt. Zu dem Angriff bekannte sich die Hamas. Tausende Hamas-Anhänger hatten Israel am Samstag blutige Rache angedroht, nachdem ihr Militärführer Mahmud Abu Hanud und zwei weitere Hamas-Aktivisten Freitagabend bei einem gezielten israelischen Raketenangriff getötet worden waren.

Nach dem Mörserangriff feuerten israelische Kampfhubschrauber zwölf Raketen auf palästinensische Sicherheitseinrichtungen im nahe gelegenen Chan Junis ab. Dabei wurden zwei Palästinenser leicht verletzt. In der Ortschaft Dir el Balah wurde das Regionalbüro von Arafats Fatah-Organisation angegriffen.

Am Montag werden die neuen amerikanischen Nahost-Gesandten, William Burns und Anthony Zinni, zu Gesprächen in der Region erwartet. Sie sollen das jüngste Waffenstillstandsabkommen erneuern und Anstöße für neue Friedensverhandlungen geben.

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