Radarschrirm blendet, Jacke drüber
Dänischer Lotse: "Prestige" war nicht seetüchtig

Ein dänischer Seelotse hat den vor der spanischen Küste gesunkenen Großtanker "Prestige" aus eigener Anschauung an Bord als "nicht seetüchtig" eingestuft.

HB/dpa ARHUS. Der Lotse Jens Jørgen Thuesen, der den Tanker Anfang November durch den Großen Belt geführt hatte, sagte am Donnerstag in der in Arhus erscheinenden Zeitung "Jyllands- Posten", das Radar wie andere Antikollisions-Instrumente auf dem 26 Jahre alten Tanker einer griechischen Reederei seien defekt gewesen. Thuesen erklärte weiter: "Das Schiff hätte keine Genehmigung zum Auslaufen bekommen dürfen." Unter anderem habe die Besatzung eine Jacke über den Radarschirm gehängt, weil dessen Licht sie blendete.

Mit dem griechischen Kapitän sei die Zusammenarbeit "sehr schwierig gewesen", berichtete der Däne und sagte weiter: "Entweder konnte er einfach kein Englisch oder er war tatsächlich senil." Insgesamt sei sein Eindruck von dem Tanker gewesen, dass dessen "Gesamtzustand unter aller Kritik" war.

Er habe überlegt, dies dem Europäischen Lotsenverband zu melden, davon aber abgesehen, weil er prinzipiell nicht gerne Kundschaft anzeige. Im Innern des vor der der Nordwestküste Spaniens gesunkenen Tankers lagern noch mehr als 60 000 Tonnen giftiges Schweröl. 10 000 bis 15 000 Tonnen sind bereits ausgetreten.

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