Archiv
Radeberger will weiter zukaufen - Sanierung bei Brau und Brunnen

Die Radeberger-Gruppe, Deutschlands größter Bierbrauer, will vor allem im Inland weitere Brauereien kaufen. Gleichzeitig kündigte Radeberger-Chef Ulrich Kallmeyer für den im Frühjahr übernommenen Getränkekonzern Brau und Brunnen "eine ganz harte Sanierung" an, um die hohen Verluste zu stoppen.

dpa-afx FRANKFURT. Die Radeberger-Gruppe, Deutschlands größter Bierbrauer, will vor allem im Inland weitere Brauereien kaufen. Gleichzeitig kündigte Radeberger-Chef Ulrich Kallmeyer für den im Frühjahr übernommenen Getränkekonzern Brau und Brunnen "eine ganz harte Sanierung" an, um die hohen Verluste zu stoppen.

Radeberger sei in der neuen Formation mit Brau und Brunnen für Deutschland groß, international aber noch klein, sagte Kallmeyer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Mit dem jetzigen Marktanteil von 15 Prozent könne man noch nicht zufrieden sein. "Wir haben bei Radeberger eine Agenda 2008 aufgelegt, die "20 Prozent plus" vorsieht. Und die erreichen wir nur durch Zukäufe, denn organisches Wachstum ist im schrumpfenden Biermarkt praktisch ausgeschlossen", sagte der Radeberger-Chef. Denkbar sei sowohl der Kauf großer Marken als auch lokaler Brauereien. "In unser Konzept passen vor allem regionale Bierspezialitäten." Interessant seien Größenordnungen von 200 000 bis 500 000 Hektoliter.

Kallmeyer: Werden Beweisen, Dass MAN Brau und Brunnen Profitabel Führen Kann

Auf die hohen Verluste bei Brau und Brunnen angesprochen, sagte Kallmeyer: "Wir werden beweisen, dass man die Markengruppe profitabel führen kann." Vorausgehen werde eine ganz harte Sanierung. "Brau und Brunnen wird keine Beschäftigungsgesellschaft mehr sein, sondern Geld verdienen. Wir müssen den Konzern entschulden, Hierarchien und Stellen abbauen, Budgets kürzen", sagte der Radeberger-Chef. All das solle im Konzernergebnis 2005 verkraftet sein.

Der Bielefelder Lebensmittelkonzern Oetker, der sein Biergeschäft in der Radeberger-Gruppe (Radeberger, Schöfferhofer, Clausthaler) gebündelt hat, hatte Brau und Brunnen (Jever, Tucher, Berliner Pilsner, Sion Kölsch, Schlösser) für 360 Mill. Euro übernommen und stieg damit zum größten Bierbrauer Deutschlands auf. Kallmeyer will nun die Kosten um 20 Prozent senken und denkt dabei auch an die Schließung je einer Brauerei in Dortmund und Berlin. Er kündigte Gespräche mit den Betriebsräten vor Ort für Januar 2005 an. "Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich regeln", erklärte Kallmeyer.

Im ersten Halbjahr 2004 hatte Brau und Brunnen starke Absatzeinbußen erlitten und rote Zahlen geschrieben. Der Bierabsatz sackte um 7,7 Prozent auf 3,5 Mill. Hektoliter ab. Der Verlust vergrößerte sich im Jahresvergleich um 2,7 Mill. Euro auf 3,8 Mill. Euro, während der Umsatz um 8,9 Prozent auf 318,6 Mill. Euro fiel. Ende Juni beschäftigte der Konzern rund 3 050 Menschen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%