Radikale Palästinenser-Gruppe bekennt sich zum ersten Anschlag
Zwei Bombenanschläge in Jerusalem

Zwei Bombenattentate ereigneten sich am Dienstag innerhalb weniger Stunden in Jerusalem. Bei einem Anschlag auf einen Linienbus wurden 13 Israelis zum Teil lebensgefährlich verletzt.

rtr/dpa JERUSALEM. Durch einen Autobombenanschlag in der Nähe eines Jerusalemer Einkaufzentrums sind am Dienstagmorgen drei Menschen verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte, ein vermutlich gestohlener Wagen sei explodiert. Dabei sei ein Busfahrer verwundet worden, zwei weitere Menschen hätten leichte Verletzungen erlitten. Die Detonation ereignete sich in der Nähe eines beliebten Einkaufszentrums im Industriegebiet Talpiot. Eine radikale Palästinenser-Gruppe bekannte sich zu dem Anschlag.

Die Bombe detonierte nach Angaben der Polizei gegen 07.40 Uhr. Das Fahrzeug wurde völlig zerstört. Zudem gingen mehrere Fensterscheiben von nahe gelegenen Läden zu Bruch. Auch der Bus, der an dem parkenden Wagen vorbeifuhr, wurde beschädigt. Augenzeugen sagten, in dem Gebiet mit mehreren Geschäften und Restaurants sei trotz des Berufsverkehrs nicht besonders viel Betrieb gewesen. Die Polizei teilte mit, die Detonation habe anderen Anschlägen geähnelt, die Palästinenser auf israelische Ziele verübt hatten.

Zu dem Anschlag bekannte sich die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Sie sprach von einer Vergeltungsmaßnahme für das Vorgehen der Israeli in Hebron.

Weiterer Anschlag auf Bus in Jerusalem

Bei einem zweiten Bombenanschlag in Jerusalem innerhalb weniger Stunden ist am Dienstag der mutmaßliche palästinensische Selbstmordattentäter getötet worden. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wurden bei der Explosion 13 Israelis zum Teil lebensgefährlich verletzt. Der Anschlag ereignete sich an einer Straßenkreuzung im Norden der Stadt. Nach Angaben des Polizeichefs von Jerusalem, Micky Levy, hatte sich der Selbstmordattentäter in unmittelbarer Nähe eines Jerusalemer Linienbusses in die Luft gesprengt. Der Fahrer des Busses erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Durch die Wucht der Explosion wurde das Fahrzeugs schwer beschädigt.

Seit November vergangenen Jahres sind bei zehn Anschlägen innerhalb Israels und in West-Jerusalem fast 20 Israelis getötet und mehr als hundert zum Teil schwer verletzt worden.

Gespannte Ruhe in Hebron

In der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland herrschte unterdessen nach den tödlichen Schüssen auf ein israelisches Kleinkind gespannte Ruhe. Das zehn Monate alte Mädchen war am Montagnachmittag tödlich am Kopf verletzt worden, als ein Heckenschütze das Feuer auf seinen Vater eröffnete. Aufgebrachte jüdische Siedler hatten sich nach dem Anschlag Feuergefechte mit Palästinensern geliefert und versuchten, in die palästinensischen Stadtviertel vorzudringen. Die Siedler fordern von der Armee, das Viertel "wieder zu erobern".

Die israelische Armee forderte die Bewohner des palästinensischen Abu Sanina-Viertels, von dem aus die tödlichen Schüsse abgefeuert worden sein sollen, auf, ihre Hauser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser hatte eine "angemessene" Reaktion der Armee angekündigt.

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