Radio Hamburg gibt nicht auf
Privatsender klagt gegen DFL

Deutschlands private Hörfunksender geben ihren Kampf gegen die Lizenzgebühren bei Bundesliga-Übertragungen nicht auf. Am 15. Mai verhandelt das Oberlandesgericht Hamburg in zweiter Instanz über eine Klage von Radio Hamburg gegen die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und die Hamburger Vereine Hamburger SV und FC St. Pauli.

HB/dpa HAMBURG/BERLIN. In einem Musterprozess hatte das Landgericht Hamburg am 26. April 2002 die Klage der Sender, die eine freie und kostenlose Berichterstattung durchsetzen wollen, zurückgewiesen.

"Wird es zu einem Ausverkauf der freien Berichterstattung über den Fußball im privaten Hörfunk kommen, dann ist dies nicht nur eine Bedrohung für uns, sondern auch für andere Mediengattungen, wie beispielsweise die Tageszeitungen. Die Konsequenzen wären für alle Beteiligten fatal", erklärte am Donnerstag Vizepräsident Hans-Jürgen Kratz vom Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPTR). Radio Hamburg streitet stellvertretend für die im VPRT organisierten privaten Hörfunksender gegen die DFL.

Das Landgericht Hamburg hatte vor einem Jahr das in Artikel 13 im Grundgesetz verankerte Hausrecht der Vereine höher bewertet als die ebenso festgeschriebene Rundfunkfreiheit. "Wir kämpfen weiter für die Rundfunkfreiheit", so Stephan Schwenk, Geschäftsführer von Radio Hamburg. "Es kann nicht sein, dass bei Live-Ereignissen von allgemeinem Interesse in die Hörfunkberichterstattung eingegriffen wird. Radio Hamburg stellt sich als David gegen den Goliath. Für die DFL geht es in diesem Fall um Peanuts, für die Rundfunkfreiheit jedoch um ihre Existenz."

Die ARD hatte sich vor einem Monat mit der DFL auf einen bis 2006 laufenden Hörfunk-Vertrag geeinigt. Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen für bis zu 70 Sendeminuten pro Spieltag und eine exklusive Konferenzschaltung rund 5,2 Mill. ? pro Saison zahlen. Offiziell bestreitet die ARD ähnlich wie der VPTR die Existenz von Radio-Rechten. Bisher regelten ARD und DFB/DFL stets im Rahmen des TV-Vertrages oder einer Vereinbarung über "Übertragungstechnik" die Radio-Reportagen aus den Bundesliga-Stadien.

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