Radiotext-Analyse
Verwirrung nach Bericht über Atomwaffen in Nordkorea

Rundfunkberichte aus Nordkorea, in denen der kommunistische Staat den Besitz von Atomwaffen zugegeben haben soll, sorgten am Montag in Südkorea für Verwirrung und Zweifel. Selbst nach mehrmaligem Anhören der Aufnahmen sei bisher nicht klar geworden, was wirklich gemeint sei, sagte am Montag ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul.

HB/dpa SEOUL. Eine mögliche Lesart des Berichts von Radio Pjöngjang vom Sonntag sei, das Land habe angesichts einer wachsenden nuklearen Bedrohung durch die USA "schlagkräftige Gegenmaßnahmen einschließlich Atomwaffen entwickelt".

Der Bericht könne jedoch auch meinen, dass Nordkorea wegen bestehender Bedrohungen "zur Entwicklung von Nuklearwaffen berechtigt ist", sagte der Sprecher in Seoul. Die unterschiedlichen Interpretationsarten leiteten sich vom schwer verständlichen Akzent des nordkoreanischen Kommentators her. Auch herrsche Unklarheit hinsichtlich der wahren Absicht des Radioberichts. "Falls sie (Nordkorea) den Besitz von Atomwaffen zugeben wollten, hätten sie es deutlicher herausgestellt."

Erst vor einem Monat hatten die USA mitgeteilt, die Führung in Pjöngjang habe eingestanden, ein Programm zur Anreicherung von atomwaffentauglichem Uran zu betreiben. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die Rahmenvereinbarungen zwischen beiden Seiten von 1994 über den Stopp des nordkoreanischen Atomprogramms.

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