Radsport Olympia
Cooke kocht Konkurrentinnen im Schlussspurt ab

Die Britin Nicole Cooke hat das olympische Radrennen auf der Straße für sich entschieden. Die Athletin setzte sich im Schlussspurt durch. Für die mit großen Ambitionen gestarteten Deutschen gab es nichts zu holen.

Judith Arndt hat die Regenschlacht an der Chinesischen Mauer verloren und die Medaillenträume der deutschen Straßenradsportler nicht erfüllen können. Die Olympiazweite von Athen verpasste auf dem 126km langen Rennen die entscheidende Attacke und musste den Olympiasieg der Britin Nicole Cooke tatenlos hinnehmen. Silber gewann die Schwedin Emma Johansson vor der Italienerin Tatiana Guderzo. Die deutschen Frauen bleiben in der Olympia-Geschichte weiter ohne Goldmedaille auf der Straße.

Arndt "schwer enttäuscht"

"Ich bin schwer enttäuscht, es lief heute nicht optimal. Hanka war sehr früh weg, so dass ich am Ende viel Arbeit hatte. Wir hatten auch mit dem Wetter nicht gerechnet, aber es war nicht zu heiß und somit kein Problem", sagte die frustrierte Arndt. Beste Deutsche war Trixi Worrack auf Rang 20.

Etwa 10km vor dem Ziel formierte sich eine fünfköpfige Spitzengruppe mit Guderzo, der in Deutschland geborenen Österreicherin Christiane Soeder, Johansson, Cooke sowie der Dänin Linda Serup. Für die deutschen Frauen kam bei strömendem Regen auch noch Pech hinzu. Ausgerechnet bei der entscheidenden Attacke sprang Worrack die Kette ab. "Radfahren und Technik gehören zusammen. Das kann man nicht beeinflussen", meinte Arndt.

Nach der neuerlichen Pleite gerät das von Burckhard Bremer, Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, ausgegebene Ziel von fünf Medaillen in Gefahr. Schon im Straßenrennen der Männer am Samstag hatte lediglich der Freiburger Fabian Wegmann als einziger Deutscher auf Platz 21 das Ziel erreicht.

Kupfernagel attackiert erfolglos

Nach der relativ ruhigen Fahrt durch Peking ging erst 50km nach dem Start erstmals die Post ab. In einer Reihe von Attacken versuchte auch Hanka Kupfernagel ihr Glück, doch das Feld blieb aufmerksam und die Zeitfahrweltmeisterin konnte sich nicht absetzen.

Erst kurz vor der ersten Zieldurchfahrt an der weltberühmten Mauer gelang Alexandra Burtschenkowa als erster Fahrerin die Flucht. Die 19-jährige Russin wurde bald wieder eingeholt, doch Landsfrau Natalja Bojarskaja setzte sofort zur Konterattacke an. Obwohl sie wegen schlechter Absperrungen beinahe falsch abbog, erkämpfte sich die Russin schnell einen Vorsprung von über einer Minute auf das Feld.

Auf der Schlussrunde fuhren auch die Italienerin Tatiana Guderzo und Emma Pooley aus Großbritannien dem Feld davon und schlossen zu Bojarskaja auf. Im Peloton sorgte Trixi Worrack für Tempo und organisierte die Verfolgung, weil Kupfernagel am Ende ihrer Kräfte war. Schließlich fuhr sie das Loch zu den Ausreißern alleine zu.

© SID

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