Räikkönen Schnellster
Schumacher sieht nur Heckflügel der Silberpfeile

Der Weltmeister geschlagen, die Silberpfeile in der Offensive: Michael Schumacher und seine "alte Dame" mussten erstmals in dieser Formel-1-Saison der Konkurrenz von McLaren-Mercedes den Vortritt lassen, und Jungspund Kimi Räikkönen stahl den etablierten Stars beim Auftakt zum wohl härtesten Renn-Wochenende der Saison die Show.

dpa SEPANG. Der viermalige Champion war am Freitag beim Reifenpoker im freien Training zum Großen Preis von Malaysia als Dritter über eine Sekunde langsamer im Vergleich mit dem Finnen und klar hinter David Coulthard. Aus der Ruhe brachte ihn das dennoch nicht. "Ich bin optimistisch für das Wochenende. Ich mache mir keine Sorgen wegen des Rückstandes", sagte der Ferrari-Star: "Wir haben erwartet, dass die anderen hier schnell sind. Aber die Freitags-Zeiten geben nicht immer klare Hinweise auf die tatsächlichen Kräfteverhältnisse."

So sehr der viermalige Champion vor zwei Wochen in Australien mit dem Vorjahres-Auto dominiert hatte, so deutlich flogen diesmal die neuen Silberpfeile vorneweg. "Wir haben in die richtige Richtung gearbeitet", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und wollte das Resultat nicht überbewerten: "Ich denke nicht, dass Michael Schumacher im Qualifying eine Sekunde hinter uns ist."

Räikkönen, der schon in Australien als Dritter auf dem Podium einen gelungenen Silberpfeil-Einstieg gefeiert hatte, war mit Abstand am schnellsten. Der 22-Jährige hatte auf dem 5,543 km langen hochmodernen Kurs von Sepang mit seiner Rundenzeit von 1:37,399 Minuten deutliche 0,639 Sekunden Vorsprung vor Coulthard, der wiederum 0,452 Sekunden Abstand zu Michael Schumacher (1:38,490) hatte.

Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher (1:38,650) rangierte als Vierter hinter seinem Bruder und schlug damit seinen team-internen Rivalen Juan Pablo Montoya (Kolumbien), der vorläufig Sechster war. Nick Heidfeld fuhr die zehntbeste Zeit, Heinz-Harald Frentzen belegte den 13. Rang. Über die Startaufstellung im Rennen am Sonntag (08.00 Uhr MEZ/RTL und Premiere World) sollte jedoch erst das Qualifikationstraining am Samstag (07.00 Uhr MEZ) entscheiden.

Offensichtlich brachten die Michelin-Reifen, mit denen McLaren und Williams ausgerüstet sind, der Konkurrenz in der Hitze von Malaysia im Gegensatz zum kühleren Melbourne einen Schub bei der Jagd auf die Bridgestone-bereiften Ferrari. Dies hatte Michael Schumacher befürchtet. "Ich gehe davon aus, dass die gewisse Dominanz nicht mehr vorhanden sein wird", hatte er am Vorabend dem TV-Sender RTL gesagt. Am Freitag waren sieben Michelin-Vertreter in den Top-Ten platziert. "Wir haben heute daran gearbeitet, unsere Reifenwahl zu entscheiden", so der Kerpener, deshalb habe man wenig Zeit auf die Auto-Abstimmung verwendet. Zudem sei die Arbeit durch Gelbe Flaggen beeinträchtigt gewesen. Trotz der Zeiten schien der 54-malige Grand-Prix-Sieger den Pneus zu vertrauen: "Die Reifen sind gut, und ich bin zufrieden."

Wie in Australien war das Training von für Formel-1-Verhältnisse erstaunlich großen Zeitabständen geprägt. In der Vormittags-Einheit war Michael Schumacher mit fast einer Sekunde Vorsprung Schnellster. Am Nachmittag schlug McLaren-Mercedes zu. Aber auch der Führende blieb vorsichtig. "Es ist schön, Schnellster zu sein. Aber es ist zu früh, etwas über unser Abschneiden im Qualifying zu sagen", meinte Räikkönen. Coulthard hatte einen harten Tag. Am Vormittag geriet sein Silberpfeil wegen eines defekten Auspuffs in Brand. Der Schotte schob das Auto in der Mittagshitze einen Kilometer weit zurück zur Box.

Ralf Schumacher und Nick Heidfeld äußerten sich "zufrieden". "Allerdings ist das Auto in den schnellen Streckenabschnitten noch sehr nervös", so der Kerpener. Der Sauber-Pilot aus Mönchengladbach meinte: "Von Anfang an ist es gut für mich gelaufen." Buchstäblich etwas getrübt war der Formel-1-Schauplatz von Buschbränden in der weiteren Umgebung. Die Rauchschwaden waren bei der Anfahrt nach Sepang zu sehen. Von offizieller Seite gab es Entwarnung. Auf den Grand Prix habe dies keine Auswirkungen, sagte Rosnani Ibrahim, Direktor der Umweltbehörde, der Tageszeitung "New Straits Times": "Die Situation ist völlig unter Kontrolle."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%