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Rätsel um Massaker in Honduras

Schwer bewaffnete Gewalttäter haben in Honduras 28 Insassen eines Autobusses ermordet.

dpa TEGUCIGALPA. Schwer bewaffnete Gewalttäter haben in Honduras 28 Insassen eines Autobusses ermordet. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, als die mit AK-47- und M-16-Schnellfeuergewehren ausgerüsteten Männer in der Großstadt San Pedro Sula im Nordwesten des mittelamerikanischen Landes den Bus am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Feuer nahmen.

Wie der Minister für öffentliche Sicherheit, Oscar Alvarez, mitteilte wurde ein Tatverdächtiger festgenommen. Die meisten der Opfer waren Frauen und Kinder.

Den Informationen zufolge war die Bluttat eine Drohgebärde krimineller Banden an die Regierung, die angesichts der hohen Kriminalität die Wiedereinführung der Todesstrafe erwägt. Die Angreifer hatten den Bus mit zwei Autos eingekeilt und dann das Feuer eröffnet. Sie hinterließen am Tatort ein Schreiben, in dem sie Staatspräsident Ricardo Maduro, Parlamentspräsident Porfirio Lobo und Sicherheitsminister Alvarez beschimpften. Sie gaben sich als Mitglieder der "Volksbefreiungsbewegung Cinchonero" aus, einer Guerillagruppe, die sich vor mehr als zehn Jahren aufgelöst hatte. Maduro schloss am Abend aus, dass es sich um Guerilleros handelte, und machte gewöhnliche Kriminelle für das Massaker verantwortlich.

Tausende Polizisten und Soldaten patrouillierten am Heiligabend in den Straßen von San Pedro Sulas und der Hauptstadt Tegucigalpa, um den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit zu geben. "Dies ist ein Angriff auf alle Honduraner", sagte Präsident Maduro. Er äußerte sich zuversichtlich, dass alle Täter gefasst würden.

San Pedro Sula ist eine der Hochburgen der so genannten Maras, extrem gewalttätiger Jugendbanden. Maduro hatte in den vergangenen Jahren mit einer "Null-Toleranz"-Politik reagiert und versucht, der Bandenkriminalität mit verstärktem Polizei- und Armeeeinsatz, schärferen Gesetzen und hohen Freiheitsstrafen für Bandenmitglieder Herr zu werden. Die Banden antworteten darauf immer wieder mit Vergeltungsschlägen. Erst vor wenigen Tagen hatte Maduro berichtet, dass er und seine Familie Morddrohungen erhalten hätten.

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