Rätseln über Ursache
27 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Russland sind am Montagabend alle 27 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Rettungsmannschaften durchsuchten am Dienstag die auf zweieinhalb Kilometer Länge verstreuten Trümmer der Iljuschin-18, die bei der Stadt Kaljasin etwa 100 Kilometer nördlich von Moskau abgestürzt war. Die Unglücksursache war zunächst unbekannt.

dpa MOSKAU. Mutmaßungen der Flugkontrollstelle Krasnojarsk in Sibirien, ein Terroranschlag könnte den Absturz verursacht haben, wurden vom Zivilschutz in Moskau zurückhaltend aufgenommen. "Die Unglücksursache wird erst nach genauen Untersuchungen durch Experten festgestellt", sagte ein Sprecher der Agentur Ria-Nowosti.

An Bord des Flugzeugs, das einem Privatunternehmer gehörte und von Chatanga in Nordsibirien nach Moskau flog, waren neun Mann Besatzung und 18 Passagiere. Zu den Toten zählte auch der Chef der örtlichen Luftfahrtfirma von Chatanga und mehrere seiner Stellvertreter.

Augenzeugen berichteten, die Piloten hätten zuletzt versucht, die viermotorige Turboprop-Maschine im flachen Flug über der Erde zu stabilisieren. Dann sei ein Knall zu hören gewesen, aus den Tragflächen seien Flammen geschlagen. Das Flugzeug riss Baumwipfel ab, rammte ein Gebäude und stürzte ab, meldete die Agentur Itar-Tass. Die drei Flugschreiber wurden am Dienstagmorgen gefunden.

Spekulationen über einen Terroranschlag nährte der Leiter der Flugkontrolle Krasnojarsk, Viktor Ossipow. Die Iljuschin sei plötzlich von den Radarschirmen verschwunden und aus einer Höhe von 7000 Metern abgestürzt, erklärte er. Es habe keinerlei Notsignale der Besatzung gegeben.

Die Unglücksmaschine war im September 1962 in Dienst gestellt und zuletzt im August 1998 generalüberholt worden. Der alternde Flugzeugtyp Iljuschin-18 mit bis zu 120 Sitzen ist in der früheren Sowjetunion seit 1959 im Einsatz. Einen Absturz wegen technischer Probleme habe es seit 1975 nicht mehr gegeben, meldete RIA-Nowosti. Im Oktober des Vorjahres flog eine Il-18 der russischen Streitkräfte bei Nebel gegen einen Berg in Georgien. Dabei starben mehr als 80 Menschen.

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