Rätselraten um Evita
Zählt Einkaufen noch zum Post-Kerngeschäft?

Die Deutsche Post erwägt angeblich, ihr Internet-Shopping-Portal Evita zu verkaufen.

BONN Der "Welt am Sonntag" zufolge sollen bereits Gespräche mit interessierten Unternehmen aus der Medienbranche geführt worden sein. "Wir denken über Kooperationsstrategien nach", zitiert die "WamS" eine Post-Sprecherin. Evita zähle nicht zum Kerngeschäft und eigne sich daher nicht für eines der Hauptgeschäftsfelder.

Evita-Marketingleiterin Christine Hermeling relativiert diese Aussagen. Sie seien "überspitzt formuliert". Derzeit fänden lediglich Kooperationsgespräche mit Partnern statt - vor allem mit Medienhäusern. Dabei seien allerdings Beteiligungen nicht ausgeschlossen. "Wenn jemand mit spannenden Modellen auf uns zu kommt, werden wir darüber sprechen", so Hermeling. "Proaktiv" sei die Post beim Thema Anteilsverkauf aber nicht tätig.

Auf der diesjährigen CeBIT stellte Evita eine Plattform vor, die die Zusammenarbeit mit Partnern erleichtern soll. Der so genannte Partner-Channel stellt die Evita-Inhalte in der optischen Aufmachung der Partner ins Netz. Partner sind bereits unter anderem GMX, Arcor oder TomorrowFocus. Der Erlös, den die bei Evita angeschlossenen Shops für die Nutzerströme an Evita zahlen, teilen sich in diesem Fall Evita und die Partner-Webseite.

"Wir haben immer daran gearbeitet, die Nutzer zu Evita zu bekommen. Jetzt haben wir den Spieß umgedreht und gehen dahin, wo die Nutzer sind", so Christine Hermeling. "Dabei zahlen wir viel weniger, als wenn wir die Reichweite mit Marketing-Maßnahmen zu erreichen versuchen."

Evita ist Teil der E-Business-Holding, in der neue Geschäftsmodelle der Deutschen Post im Online-Handel entwickelt werden.

Monika Siebert, Pressesprecherin der Post, sagte: "Gerade beim E-Business ist es normal, immer wieder die Strategie zu überprüfen". Die E-Business-Holding sei als Inkubator gedacht, von dem aus sich erfolgreiche Bereiche wieder in das Kerngeschäft eingliedern ließen.

Oder auch nicht. "Evita ist nicht Kerngeschäft-affin", bestätigt auch Siebert. Deshalb denke die Post auch an "ausgedehntere" Kooperationen mit den Evita-Partnern. Ob die Post eine Minderheitsbeteiligung, die Mehrheit oder das Unternehmen komplett abgeben wird, ist noch offen. Siebert: "Ich will keine der Optionen ausschließen, aber auch keine präferieren."

Über die Profitabilität von Evita machte Siebert keine Angaben. Nur so viel: Das Portal habe unter anderem auch die Aufgabe, den E-Commerce an sich attraktiver zu machen und so dem Paketvertrieb der Post Auftrieb zu verleihen. Diese Mischkalkulation wird Evita in den Augen künftiger Besitzer sicherlich nicht attraktiver machen.

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