Raffgier unter uns
Die Tricks der Sozialabzocker

Zehn Milliarden Euro Schaden entstehen pro Jahr durch ergaunertes Wohn- und Kindergeld, Bafög, Subventionen und Sozialhilfe. DMEuro hat herausgefunden, wie abkassiert wird - und welche Strafen zu erwarten sind.

Wie jedermann betrügt

Voll- statt Teilzeit

Der Trick: Einen Vertrag für einen 325-Euro-Job unterschreiben, tatsächlich aber 40 Stunden arbeiten. So fallen weder Steuern noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung an. Beliebt ist die Masche überall, wo es viel Bargeld gibt, wie im Einzelhandel, bei Friseuren und in der Gastronomie. Eine verheiratete Serviererin, die sich etwa ihren vollen Lohn von 1288 Euro schwarz auszahlen lässt, steht sich um 528 Euro besser als ihre Kollegin, die in der ungünstigen Steuerklasse 5 geführt wird.

Das Risiko: Entdeckung so gut wie ausgeschlossen.

Fingierter Unfall

Der Trick: Ein Fahrzeug mit einem alten Karosserieschaden nähert sich einer Rechts-vor-links-Kreuzung. Ein Kleinlaster versperrt dem Fahrer die Sicht. Beim Anfahren kommt plötzlich ein anderer Wagen heran. Beide prallen aufeinander. Zeugen gibt es keine. Alles sieht wie ein normaler Unfall aus. Tatsächlich führt der Fahrer des Fahrzeugs mit dem alten Karosserieschaden den Zusammenstoß bewusst herbei. Jeder zehnte Unfall auf deutschen Straßen ist nach Schätzungen ein Versicherungsbetrug.

Das Risiko: Kommt die Assekuranz den Tätern auf die Schliche, drohen der Verlust des Versicherungsschutzes, Zahlungsverweigerung, eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft.

Wie Beamte abkassieren

Verdeckte Veruntreuung

Der Trick: Die Sachbearbeiterin eines Sozialamtes, die Eingliederungshilfen für Behinderte verwaltet und jeden Monat 500 000 Euro bewegt, zweigt 5 000 Euro monatlich für sich ab. Sie muss nur den Namen eines Behinderten, dessen Akte längst geschlossen wurde, in die Überweisungslisten eintragen. Das Geld geht dann auf das Konto eines Komplizen. Damit nichts auffällt, nimmt die Beamtin abends oft Akten mit nach Hause - um ihre Kollegen zu entlasten.

Das Risiko: Gering. Eine Frau, die ein Sozialamt um 230 000 Euro geprellt hatte, flog nur auf, weil gegen ihren Kollegen ermittelt wurde. Zufällig stieß der Revisor dabei auf die veruntreuten Eingliederungshilfen.

Wie Unternehmer abzocken

Falsche Abrechnung

Der Trick: Ambulante und stationäre Pflegedienste plündern die Krankenkassen, indem sie Leistungen für verstorbene Patienten abrechnen. So kassierte ein Heim über vier Jahre 1250 Euro monatlich für einen Pflegefall, der nur sechs Monate lang dort betreut worden war. Der Profit: fast 60 000 Euro.

Das Risiko: Abrechnungsmanipulationen sind schwer aufzudecken, weil Patienten und Angehörige oft nicht beurteilen können, welche Leistungen tatsächlich erbracht wurden. Fällt ein Betrug dennoch auf, so klagt die Kasse auf Schadenersatz und kündigt alle Pflegeverträge mit dem Heimbetreiber.



Mehr Tricks lesen Sie bei DMEuro.com.



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