Raffineriegeschäft bleibt schwach
Totalfina-Elf schlägt sich wacker

Nach Exxon Mobil, BP und Shell hat auch Totalfina-Elf im Quartal einen Gewinneinbruch verzeichnet. Zwar zieht der Ölpreis wegen der Irak-Krise wieder an. Die flaue Nachfrage drückt aber die Margen.

juf DÜSSELDORF. Der niedrige Rohölpreis und ein schwaches Raffineriegeschäft haben die Bilanz des weltweit viertgrößten Mineralölkonzerns Totalfina-Elf im zweiten Quartal 2002 kräftig belastet. Wie zuvor schon die Branchenriesen Exxon-Mobil, BP und Shell meldete das französische Unternehmen gestern einen deutliche Gewinneinbruch. Der Nettogewinn vor Sonderposten sei um 23 % auf 1,63 Mrd. Euro gesunken, teilte das Unternehmen mit. Analysten reagierten aber gelassen. Sie hatten den kräftigen Rückgang erwartet und im Schnitt mit 1,6 Mrd. Euro gerechnet. Die niedrigen Öl- und Gaspreise hätten die Bilanz mit 1,3 Mrd. Euro belastet, erläuterte das Unternehmen. Der Umsatz ging im Halbjahr um 7 % auf rund 26,4 Mrd. Euro zurück.

Mit anhaltend niedrigen Ölpreisen und Margen hat die gesamte Branche zu kämpfen. Verglichen mit der Konkurrenz fiel der Gewinnrückgang bei Totalfina-Elf sogar noch verhalten aus. Die niederländisch-britische Royal Dutch/Shell-Gruppe hatte Anfang August berichtet, der Gewinn sei um 38 % gesunken. Bei der britischen BP fiel er um 36 %, bei der amerikanischen Exxon Mobil halbierte er sich fast. "In Anbetracht des schwierigen Umfelds sind die Zahlen von Totalfina-Elf gut", sagte ein Analyst in London.

Zwar zeichnet sich an der Preisfront eine leichte Entspannung ab. Die anhaltenden Spekulationen über einen neuen Golfkrieg haben den Ölpreis in den vergangenen Wochen deutlich anziehen lassen. Der Ölpreis war von Tiefständen knapp über 17 $ bis hin zu Spitzen je nach Sorte von 30 $ gestiegen, auch wenn er im Moment rund 8 % unter dem Vorjahreswert liegt. Eine umfassende Trendwende für die Branche ist aber nicht in Sicht. "Im dritten Quartal 2002 bleibt das Umfeld des Ölmarktes gemischt", teilte Totalfina-Elf mit. "Die Ölpreise sind zwar seit Anfang des Jahres gestiegen, der Dollar hat zum Euro aber nachgegeben". Die Gewinnspannen der Raffinerien blieben weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, meinte Konzernchef Thierry Desmarest. Shell-Chef Phil Watts hatte vor einem Monat sogar von den "schlechtesten Bedingungen im Raffineriegeschäft seit Menschengedenken" gesprochen. Wegen der schwachen Konjunktur wird weniger Treibstoff nachgefragt. Insbesondere die krisengeschüttelten Fluggesellschaften haben die Nachfrage gedrosselt.

Trotz des schwierigen Marktumfeldes will Totalfina-Elf die Produktion von Öl und Gas in diesem Jahr wie geplant um 10 % steigern. "Das zeugt von Selbstvertrauen", sagte ein Analyst in London. In den ersten sechs Monaten steigerte das Unternehmen die Gas- und Ölförderung um 9 % auf 2,39 Mill. Barrel (1 Barrel entspricht 159 Litern) pro Tag, obwohl die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ihre Fördermenge gedrosselt hatte. Dies habe die Produktion um drei Prozentpunkte gedrückt, hieß es. Von 2002 bis 2007 soll sie sich jährlich um 6 % erhöhen. Der Konzern hat insbesondere neue Felder in Angola und Sibirien im Blick. Das Expansionsziel ist ehrgeizig und doppelt so hoch wie die von Branchenprimus Exxon Mobil und von Royal Dutch/Shell. BP reduzierte seine Prognose gestern.

Gleichzeitig fährt Totalfina-Elf mit dem Plan fort, Randbereiche abzustoßen. Der Konzern bekräftigte, dass er sich im laufenden Jahr von Vermögenswerten im Wert von zwei Mrd. Euro trennen will. Im ersten Halbjahr hätten sich die Verkäufe - zumeist von Finanzbeteiligungen - bereits auf 1,05 Mrd. Euro summiert, hieß es.

Quelle: Handelsblatt

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