Rahmenabkommen soll erzielt werden
Neue Nahost-Friedensverhandlungen möglicherweise kommende Woche

Die Nahost-Friedensverhandlungen werden möglicherweise bereits in der kommenden Woche wieder aufgenommen. Dies war nach israelischen Angaben vom Freitag das Ergebnis eines Treffens zwischen dem israelischen Außenminister Schlomo Ben-Ami und Palästinenserpräsident Jassir Arafat in Gaza.

dpa-afx JERUSALEM. Nach palästinensischen Angaben soll Israel bereit sein, Zugeständnisse in der Jerusalem- und der Siedlungsfrage zu machen. Die Palästinenser wollen dagegen eine Lösung des Problems der Rückkehr von Flüchtlingen auf später verschieben.

Palästinenische Offizielle in Ramallah sagten dem israelischen Rundfunk, dass es den Israelis vor allem darum ginge, ein Rahmenabkommen vor den israelischen Wahlen am 6. Februar kommenden Jahres abzuschließen. Von israelischer Seite gab es keinen Kommentar.

Das Treffen zwischen Arafat und Ben-Ami, das um 22.00 Uhr Ortszeit am Donnerstagabend begonnen hatte, ging vier Stunden später ohne offizielle Erklärungen zu Ende. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo sagte dem israelischen Rundfunk, dass alle Seiten des Problems erörtert worden seien. Die Gespräche würden in der kommenden Woche fortgesetzt, betonte Abed Rabbo. Der israelische Tourismusminister Amnon Lipkin-Schachak will Arafat am Freitag treffen.

Zuvor hatte es geheißen, Ziel des Treffen sei es, die Vereinbarungen des Nahost-Gipfels von Scharm el Scheich (Ägypten) im Oktober umzusetzen. Es sei die Absicht, eine Lage herbeizuführen, wie sie vor Beginn der Unruhen am 28. September herrschte.

Die israelische Presse hatte in den vergangenen Tagen von intensiven Bemühungen beider Seiten berichtet, die Unruhen zu beenden und wegen der bevorstehenden Ministerpräsidenten-Wahlen in Israel an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Am Donnerstag hatte der französische Außenminister Hubert Vedrine Gespräche mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Ehud Barak und mit Arafat geführt. Frankreich kommt nach israelischen Berichten bei den Bemühungen um eine Beendigung der Unruhen eine Schlüsselrolle zu. Der stellvertretende israelische Verteidigungsminister Efraim Sneh kündigte am Donnerstag an, von sofort an dürften zunächst 10 000 arabische Arbeiter aus den Palästinensergebieten wieder an ihre Arbeitsplätze in Israel zurückkehren. Die israelische Armee hatte den Gazastreifen und die autonomen Palästinensergebiete im Westjordanland nach Ausbruch der Unruhen abgeriegelt. Bei den Unruhen sind seit dem 28. September mehr als 290 Palästinenser und 38 Israelis getötet worden.

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