Rahn als System-Opfer
Takahara erlöst den HSV und Trainer Jara

Kurt Jara hat wieder Luft zum Atmen. Das Tor des Japaners Naohiro Takahara zum 1:0-Pokalsieg beim Regionalligisten 1. FC Dynamo Dresden nach 81 Minuten erlöste den österreichischen Coach des Hamburger SV am Montagabend vor unliebsamen Diskussionen um seine Person in der bundesligafreien Woche. Entsprechend gelöst erschien der 52-Jährige dann auch vor den Journalisten und plauderte locker über Taktik, Personal und eine erfolgreichere Zukunft.

HB/dpa DRESDEN. "Wir haben unser System umgestellt. Wer elf Tore in der Bundesliga kassiert, muss sich etwas einfallen lassen", sagte Jara. So stärkte er die Abwehr, was allerdings zu Lasten des Spiels nach vorn ging. "Wir sollten auch in Zukunft variabel sein. Wir müssen Sicherheit bekommen, da ist ein defensives 4:4:2-System besser als ein offensives. Das werden wir auch in der Bundesliga so halten, wo es für uns jetzt aufwärts gehen wird", kündigte Jara mit Blick auf die nächste Pflichtspielaufgabe in Leverkusen an.

Damit erklärte er auch, warum Nationalspieler Christian Rahn ausgerechnet vor den Länderspielen zunächst nur auf der Bank saß. "Er ist nun mal ein offensiver Typ. In der zweiten Halbzeit hat er dann gespielt, und nun ist alles wieder gut", bemerkte der Coach.

Die Einwechslung von Rahn für den mit einer leichten Gehirnerschütterung ausgeschiedenen Björn Schlicke war aus HSV-Sicht auch bitter nötig, denn bis zur Pause ging nach vorn herzlich wenig. "Wir durften nicht in Rückstand geraten. Wenn man gegen eine unterklassige Mannschaft und vor so einem frenetischen Publikum, das aus meiner Sicht Europapokalformat hatte, hinten liegt, wird es ganz schwer noch etwas zu gewinnen", sagte Jara und lobte besonders Torhüter Martin Pieckenhagen für dessen Parade gegen Torsten Bittermanns Schuss in der 39. Minute: "Wie er diesen sensationellen Schuss abgewehrt hat, war Weltklasse. So was hälst du nicht jeden Tag. Diese Aktion war mit spielentscheidend."

Zu Null gewonnen, Selbstvertrauen getankt und neue personelle Alternativen nach der Verpflichtung des bisherigen Nürnbergers David Jarolim: Jaras Optimismus auf bessere Zeiten scheinen nicht unbegründet. Zumindest kann Jarolim für einen noch ernsthafteren Konkurrenzkampf im Mittelfeld sorgen, wo weder Stefan Beinlich, Rodolfo Cardoso noch Sergej Barbarez die hohen Erwartungen bis jetzt erfüllten. Zwei Wochen Gewöhnungsphase dürften dem Tschechen auch reichen, um sich in das HSV-Spiel einzufügen.

Auf Dynamo Dresden kommt nach dem "Spiel des Jahres" nun wieder der triste Regionalliga-Alltag zu. Trainer Christoph Franke glaubt nicht, dass die Konzentration nun leiden wird. "Wir haben frei von der Leber weggespielt und das gebracht, was wir können. Damit dürften wir einen guten Eindruck hinterlassen haben. Und das dürfte auch jedem Einzelnen zeigen, was möglich ist." Der nächste Gegner am Sonntag heißt für Dynamo übrigens wieder Hamburger SV, dann allerdings die Amateure.

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