Raimund Müsers tritt zurück
Klöckner-Chef stolpert über Geldaffäre

juf/DÜSSELDORF. Der Skandal um verschwundene Gelder beim Duisburger Werkstoffhändler Klöckner & Co AG (Klöco) hat Vorstandschef Raimund Müsers, 58, den Job gekostet. Müsers trat gemeinsam mit Vorstandskollege Roland Straßburger, 37, nach einer Aufsichtsratssitzung zurück.

Neu in den Vorstand wurden Alexander Scott MacDonald, 49, und Derrick Noe, 44, bestellt. MacDonald soll das operative Geschäft leiten. Er war für die Ländergesellschaften Frankreich und Großbritannien verantwortlich. Noe übernimmt die Bereiche Finanzen, Controlling und Personal. Er war Partner bei der Unternehmensberatung Droege & Comp. AG, Düsseldorf.

In der Aufsichtsratssitzung hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG das Ergebnis ihrer Sonderuntersuchung zum Verschwinden von 120 Millionen Euro aus der Klöco-Kasse vorgestellt. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt nach eigenen Angaben gegen Raimund Müsers, Roland Straßburger und vier Manager des Hauptaktionärs Balli wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs.

Nach dem KPMG-Bericht waren die 120 Millionen Euro auf Konten der Klöckner Ltd. gebunden, einer Gesellschaft die im vergangenen Jahr im Zuge der Übernahme der Klöco-Mehrheit durch Balli gegründet worden war. Von der Staatsanwaltschaft wurden nur 56,5 Millionen Euro sichergestellt. Wo der Rest geblieben ist, ist nach Angaben einer Klöco-Sprecherin noch unklar. Das Unternehmen wird die sich daraus ergebende Ansprüche gegen Organe und Dritte verfolgen. Klöco hat Wertberichtigungen vorgenommen und schließt das Jahr 2001 mit einem Fehlbetrag von 150,6 Millionen Euro ab.

Die Beweggründe für den Vorstandswechsel wurden auf Anfrage nicht näher erläutert. Die Sprecherin sagte lediglich: "Den beiden wird auch nach Abschluss der Sonderprüfung nichts vorgeworfen." Die Staatsanwaltschaft bekräftigte, dass die Ermittlungen andauerten.

Müsers war seit gut vier Jahren Vorstandschef von Klöco. Mit der Berufung von Noe in den Vorstand erhöht die Unternehmensberatung Droege, die den 94,5-%-Anteil von Balli treuhänderisch verwaltet, ihren Einfluss. Der Chef der Unternehmensberatung, Walter P. J. Droege, übernimmt den Vorsitz des Aufsichtsrates.

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