Raimund Müsers unter Verdacht der Untreue
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klöckner-Chef

In der Affäre um die verschwundenen Millionen beim Duisburger Stahlhandelshaus Klöckner & Co hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Vorstandschef Raimund Müsers eingeleitet.

dpa/Reuters DUISBURG. Müsers sei bereits als Beschuldigter vernommen worden, bestätigte Joachim Mocken, Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft. Nach den Erkenntnissen der Behörde waren Klöckner nach dem Verkauf an den Londoner Balli-Konzern 120 Mill. Euro entzogen worden. "Wir wissen inzwischen, dass dieses Geld auf einem Konto geparkt worden ist", sagte Mocken.

"Wir ermitteln wegen des Verdachts der Untreue gegenüber Klöckner und wegen möglichen Betrugs zum Nachteil der WestLB", so der Staatsanwalt. Neben dem Duisburger Unternehmen käme auch die Westdeutsche Landeszentralbank (WestLB) als Geschädigte in Frage, da sie den Verkauf finanziert habe. Wenn Klöckner dann illegal beträchtliches Vermögen entzogen wurde, könnte Betrug vorliegen. Im Zuge der Ermittlungen würden noch zahlreiche Zeugen von Klöckner und der WestLB vernommen. "Insgesamt überprüfen wir alle Verantwortlichen bei Klöckner und Balli, die Zugriff auf das Geld gehabt haben könnten", sagte Mocken.

Vor vier Monaten hatte der Düsseldorfer Eon-Konzern Klöckner & Co an den Londoner Werkstoff- und Chemieprodukthändler Balli verkauft. Der Verbleib der 120 Mill. Euro wird derzeit auch von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG überprüft. Dabei wird nach Angaben des Unternehmens untersucht, ob zum Nachteil von Klöckner Geld innerhalb des Verbundes des Londoner Mutterkonzerns Balli geflossen ist. Dazu muss umfangreiches Datenmaterial gesichtet werden, das der Behörde von Klöckner & Co und von dessen Minderheitsaktionär WestLB zur Verfügung gestellt worden sei. Die Balli Group hatte erklärt, dass sie davon ausgehe, mit dem Ergebnis der Prüfung alle Verdachtsmomente ausräumen zu können.

Balli hatte 94,5 % der Anteile an Klöckner & Co übernommen. Die restlichen 5,5 % hält die WestLB. Mitte Februar hatte ein Klöckner- Mitarbeiter Unternehmenskreisen zufolge den Verlust der Millionen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.In Kürze sollten Zeugen von Klöckner und WestLB sowie weitere Beschuldigte gehört werden. Später sei es auch denkbar, dass man Verantwortliche von Balli vorlade. Aus Unternehmenskreisen hatte es geheißen, bei den 120 Mill. Euro handele es sich vermutlich um Klöcker- &-Co-Eigenkapital, das Balli der WestLB als Sicherheit für deren Finanzierung der Übernahme von Klöckner & Co geboten habe.

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