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Rainer Baumgart

Vorstandsvorsitzender der Secunet Security Networks AG

Das herausragende Ereignis des Jahres 2001 war zweifellos das Attentat auf das World Trade Center. Die Ereignisse vom 11. September haben uns einmal mehr vor Augen geführt, wie wichtig es grundsätzlich ist, sich systematisch mit potenziellen Bedrohungen auseinanderzusetzen. Für den Bereich der IT-Sicherheit bedeutet dies, dass die Angriffe im Netz im Jahr 2001 wiederum drastisch zugenommen haben. Die Zahl der bekannt gewordenen Fälle von Virenattacken, Hacker-Angriffen und Wirtschaftsspionage hat sich im Vergleich zum Jahr 2000 mehr als verdoppelt. Von diesen Vorfällen aus ist der Schritt zum Cyber-Terrorismus oft denkbar klein. Das Jahr 2001 war gekennzeichnet durch eine andauernde Verschlechterung des weltwirtschaftlichen Klimas. Gesamtwirtschaftliche Prognosen wurden geradezu im Wochentakt nach unten korrigiert, Investitionsvorhaben wurden zusammengestrichen, und besonders betroffen war dabei die IT-Branche.

Secunet hat sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln können und wird nach Durchführung der erforderlichen Anpassungsmaßnahmen gestärkt ins neue Jahr gehen. Der Markt für IT-Sicherheit ist sehr heterogen. Es gibt eine Vielzahl von Produktanbietern, Beratern und Dienstleistern. Die Fokussierung auf ein einziges Produkt birgt dabei immer ein hohes Risiko, dass sich dieses Produkt am Markt nicht behaupten kann. Gleiches gilt für jede Spezialisierung auf Teilbereiche der IT-Sicherheit. Kunden erwarten von IT-Sicherheitsunternehmen mehr denn je ganzheitliche Lösungen, die alle Bereiche von der Analyse über Beratung und Sicherheitskonzepte bis hin zum Service und dem Security Management abdecken. Mit Blick auf Technologien wurde im Jahr 2001 verstärkt auf die unmittelbare Wertschöpfung durch Investitionen geachtet - dies gilt auch im Bereich der IT-Sicherheit. Die Folge war ein verstärkter Fokus auf die Schwachstellenanalyse und die Verbesserung des Security Managements. Auch der Einsatz Virtueller Privater Netzwerke (VPN) zur sicheren Nutzung des Internets als kostengünstigem Kommunikationsmedium wurde erheblich forciert. Eine gewisse Beruhigung haben demgegenüber Investitionen in Public Key Infrastrukturen (PKI) als technische Basis für digitale Unterschriften erfahren. Manche Projekte waren ihrer Zeit zu weit voraus und werden derzeit nicht mehr so engagiert weiter verfolgt.

Es gibt genügend Anlass für Optimismus. Nachdem im laufenden Jahr alle Prognosen mehrfach nach unten korrigiert wurden, sehen wir jetzt den Talboden erreicht. Unserer Einschätzung nach wird sich das erste Halbjahr 2002 noch relativ verhalten präsentieren. Diejenigen Unternehmen, die die starken Wachstumsrückgänge erfolgreich gemeistert haben, werden gestärkt in das zweite Halbjahr gehen, für das wir durchaus positive Anzeichen erkennen. IT-Sicherheit wird im behördlichen Bereich und in der privaten Wirtschaft weiter an Bedeutung gewinnen. Die verstärkte Nutzung der modernen Kommunikationswege, nicht zuletzt auch mobiler Verbindungen, wird dabei die Entwicklung kennzeichnen - Sicherheit hat dabei oberste Priorität. Die aktuellen Trends in Richtung hochwertiger VPNs und umfassender organisatorischer Verankerung des Security Managements werden dabei zunächst dominieren. In dem Maße, wie sich einheitliche Lösungen durchsetzen, das allgemeine Sicherheitsbewusstsein steigt und man von technischen Prototypen zu anwenderfreundlichen und qualitativ hochwertigen Lösungen kommt, werden Investitionen in IT-Sicherheit weiter zunehmen. Die Entwicklung geht dabei in Richtung rechtsverbindlicher digitaler Unterschriften mit Hilfe von Smart Cards Damit wird auf absehbare Zeit auch das Thema PKI wieder an Bedeutung gewinnen. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass einzelne Benutzergruppen oder letztlich auch jeder Bürger sich bei elektronischen Prozessen (wie etwa beim Kauf von Waren, der Abgabe der Steuererklärung oder der Anmeldung von Autos) eindeutig identifizieren können.

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