Raketenflugzeuge
Einmal Weltall und zurück

Das Rennen um das erste kommerzielle Raumschiff ist in vollem Gange. Das US-Unternehmen Space Adventures hat mit dem Flugzeughersteller XCOR einen Vertrag abgeschlossen, die Sitzplätze an Bord eines neuen Raum-Flugzeug zu vermarkten. Das meldet der "New Scientist".

hon DÜSSELDORF. XCORs Supervogel ("Sub-Orbital" im Branchenjargon) namens Xerus existiert derzeit allerdings nur auf dem Reißbrett - dort allerdings schon relativ vollständig. Im Gegensatz zu dem ähnlichen Gefährt "Cosmopolis" aus Russland ist Xerus schon recht weit gediehen. Der dazu nötige Raketenantrieb funktioniert bereits. Der Raumfahrt-Analyst James Oberg hält das Projekt für durchaus durchführbar. "Mich wundert, dass bisher noch niemand damit angefangen hat", sagte er gegenüber dem New Scientist.

In drei Jahren, hofft XCOR, könnte Passagier-Rakete starten. Voraussetzung ist, dass sich dafür ein potenter Geldgeber findet. Der Xerus soll auch kleinere Satelliten aussetzen können.

Der Xerus soll auf seinen einstündigen Parabel-Flügen bis zu hundert Kilometer hoch steigen. In dieser Höhe wären die Passagiere für einige Minuten schwerelos und vom schwarzen Weltraum umgeben.

Derzeit ist Xerus allerdings nur als Zweisitzer - ein Pilot und ein Passagier - ausgelegt. Trotzdem will Space Adventures rund 600 Tickets verkaufen. Buchungen nimmt Space Adventure für 98 000 Dollar entgegen - ein Schnäppchen im Vergleich zu den etwa 20 Millionen Dollar, die beiden bisherige Raum-Touristen Dennis Tito und Mark Shuttleworth berappen mussten. Reiseveranstalter war auch in diesen Fällen Space Adventures.

Selbst die US-Raumfahrbehörde Nasa beteiligt sich am Wettlauf auf dem schmalen Grat zwischen Luft- und Weltraum. Auf der Luftschau in Oshkosh (Wisconsin), dem Mekka aller Flugzeugbastler, stellte sie ihre Vision eines "Hyperschall-Flugzeugs" vor. Ende des Jahrzehnts soll ein solcher Prototyp starten, berichtet die Online-Ausgabe von Bild der Wissenschaft.

Dank siebenfacher Schallgeschwindigkeit sollen die so genannten "Hyper-X"-Maschinen nur noch eine Stunde über den Atlantik brauchen. Dafür reichen konventionelle Jet-Triebwerke, die ihren Sauerstoff aus der Luft beziehen. Erst bei noch größerer Höhe und Geschwindigkeit werden Raketenantriebe nötig, die Sauerstoff aus Tanks atmen. Aus einem solchen Zwitter könnte auch der Nachfolger des Space Shuttles hervorgehen.

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