Ralf Kogeler lehnt Döpfner-Pläne ab
Springers Finanzchef steht kurz vor der Abberufung

Auslöser hierfür ist offenbar ein heftiger Streit um das geplante Investitionsprogramm für die nächsten zwei bis drei Jahre. Danach will Kogeler die von dem designierten Vorstandsvorsitzenden, Mathias Döpfner, initiierten Ausbaupläne in dreistelliger DM-Millionenhöhe nicht mittragen.

lip HAMBURG. Im Berliner Axel Springer Verlag, Europas größtem Zeitungskonzern ("Bild", "Welt"), steht Finanzvorstand Ralf Kogeler kurz vor seiner Abberufung. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Springer-Aufsichtsrats. Eine Sprecherin des Verlags wollte hierzu keinen Kommentar abgeben.

Auslöser hierfür ist offenbar ein heftiger Streit um das geplante Investitionsprogramm für die nächsten zwei bis drei Jahre. Danach will Kogeler die von dem designierten Vorstandsvorsitzenden, Mathias Döpfner, initiierten Ausbaupläne in dreistelliger DM-Millionenhöhe nicht mittragen. Er befürchtet, dass angesichts der steigenden Papier- und Personalkosten hierdurch die "Solidität des Springer-Finanzhaushalts" mittelfristig bedroht ist. Denn das notwendige Kapital für die Investitionen könne größtenteils nur durch eine erhöhte Fremdverschuldung finanziert werden, wobei sich aber das Finanz- und damit das Gesamtergebnis verschlechtern würde. Ein Börsengang von "Bild" oder "Bild.de" sowie eine Kapitalerhöhung kämen jedenfalls nicht in Frage, heißt es aus Aufsichtsratskreisen.

Dass der Krach zwischen Kogeler und Döpfner eskalierte, ist vor allem auf den zunehmenden Unmut im Springer-Aktionärskreis zurückzuführen. Danach soll der Münchener Minderheitsaktionär Leo Kirch den designierten Springer-Vorstandsvorsitzenden bereits seit längerem darauf drängen, sich von seinen Wachstumsplänen zu verabschieden, um die Ertragslage der Verlagsgruppe zu verbessern.

Denn die Kirch-Gruppe befürchtet, dass bei weiter rückläufiger Ergebnislage möglicherweise bereits die Dividende für das Geschäftsjahr 2001 ausfällt oder drastisch gekappt werden muss. Für das vergangene Geschäftsjahr wurde hingegen noch eine unveränderte Dividende von 1,43 Euro je Aktie gezahlt, obwohl das Konzernergebnis um 35 % auf 98 Mill. DM eingebrochen war. Der Münchner Medienkonzern benötigt aber die millionenschwere Dividendenzahlung, um eigene Darlehen und kostspielige Projekte wie das Pay-TV weiter finanzieren zu können. Mehrheitsaktionärin Friede Springer soll hingegen nach Informationen aus Aufsichtsratskreisen bereit sein, künftig geringere Dividendenzahlungen in Kauf zu nehmen, um den Wachstumskurs von Döpfner zu stützen.

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