Archiv
Ralf Schumacher fordert Geduld bis zum Titel

Sein großes Ziel WM-Titel wird zu einer Geduldsprobe für Ralf Schumacher. Nach seinem Wechsel von Williams-BMW zu Toyota warnt der Formel-1-Pilot aus Kerpen vor zu hohen Erwartungen. „In erster Linie hofft man, dass es sehr schnell geht, aber man muss auch realistisch bleiben.“

dpa KÖLN. Sein großes Ziel WM-Titel wird zu einer Geduldsprobe für Ralf Schumacher. Nach seinem Wechsel von Williams-BMW zu Toyota warnt der Formel-1-Pilot aus Kerpen vor zu hohen Erwartungen. "In erster Linie hofft man, dass es sehr schnell geht, aber man muss auch realistisch bleiben."

"Ich hab' in den letzten sechs Jahren lernen müssen, wie es ist, wenn man sich viel vornimmt und dann doch an der Realität eigentlich scheitert", sagte Ralf Schumacher in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Es ist ein insgesamt sehr junges Team. Es wird ein bisschen Zeit brauchen."

Sein Bruder Michael, mittlerweile siebenfacher Weltmeister, habe bei Ferrari fünf, sechs Jahre gebraucht, um den erhofften Erfolg zu erzielen. Er gehe von einem Drei- bis Fünf-Jahres-Plan aus, sagte Ralf Schumacher: "Nächstes Jahr sollte unser Ziel auf jeden Fall sein, Mitte der Saison um den einen oder anderen Podiumsplatz mitzufahren."

Bislang holte der 2002 in die "Königsklasse" eingestiegene Rennstall Toyota lediglich 27 Punkte aus 51 Rennen. Die acht Zähler in der vergangenen Saison waren ein herber Rückschlag für den Etat- Krösus. "Grundsätzlich war das Auto im letzten Jahr nicht so gut. Das zu ändern ist das Hauptthema für das nächste Jahr, ganz klar", betonte der 29 Jahre alte Rheinländer.

Trotz seines erst zum 31. Dezember endenden Williams-Vertrages nach sechsjähriger Zusammenarbeit konnte Schumacher bereits erste Tests mit Toyota absolvieren. Und sein Eindruck ist gut: "Natürlich gibt es noch viele Dinge, die gemacht werden müssen. Im Großen und Ganzen bin ich aber sehr positiv überrascht von der kompletten Truppe." Toyota sei ein Team, in dem er aktiv mitarbeiten und Dinge gestalten könne. "Das war natürlich auch die Herausforderung für mich. Man kann langfristig planen", unterstrich er. Sein Kontrakt mit dem bei Köln ansässigen Team läuft bis 2007. Sein Bruder könnte dann seinen zehnten WM-Titel geholt haben.

Können die erneuten Regeländerungen - der Motor muss zwei Rennen halten und die nun deutlich härteren Reifen von Samstag an - den erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte bremsen? "Im Moment hat Ferrari so eine Überlegenheit. Die muss man erstmal knacken", räumte Ralf Schumacher ein. Die Neuerungen stelle jedes Team vor großen Herausforderungen. Alle müssten versuchen, wieder etwas aufzuholen. "Auch Ferrari wird sich schwer tun, wieder so ein gutes Auto zu bauen wie in dieser Saison", prognostizierte der Wahl- Österreicher.

Dennoch hält der sechsmalige Grand-Prix-Sieger Ferrari und Mclaren-Mercedes für die beiden Top-Teams in der kommenden Saison, in der erstmals 19 WM-Läufe gefahren werden. Mclaren-Mercedes habe mit seinen beiden Piloten eine sehr starke Kombination gefunden. Einen davon, Juan-Pablo Montoya, kennt Ralf Schumacher noch bestens aus der gemeinsamen Zeit bei Williams-BMW. Der andere, Kimi Räikkönen, wurde in der vergangenen Saison, in der Ralf Schumacher nach seinem schrecklichen Unfall in Indianapolis sechs Rennen und 14 Wochen pausieren musste, WM-Siebter.

Das zweite Cockpit bei Toyota hat Jarno Trulli, der 2004 bei Renault mit exzellenten Platzierungen für Furore sorgte und beim Großen Preis von Monaco seinen ersten Sieg feierte. Der Italiener sei ein sehr angenehmer, aber auch verdammt schneller Teamkollege. Da dürfte der erste Sieg für Toyota, das Chassis und Motor im beeindruckenden Werk in Köln-Mahrsdorf fertigt, doch eigentlich nicht so fern sein. "Daran mag ich im Moment noch gar nicht denken. Man muss schon ehrlich sagen, dass man einfach mehr Geduld mitbringen muss", stellte Ralf Schumacher klar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%