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Ralf Schumacher glaubt an Überraschung mit Toyota

Der erste Arbeitstag von Ralf Schumacher bei seinem neuen Formel-1-Rennstall Toyota verlief vielversprechend: keine technischen Probleme in 67 Runden auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona und auf Anhieb die zweitschnellste Zeit des Tages.

dpa BARCELONA. Der erste Arbeitstag von Ralf Schumacher bei seinem neuen Formel-1-Rennstall Toyota verlief vielversprechend: keine technischen Probleme in 67 Runden auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona und auf Anhieb die zweitschnellste Zeit des Tages.

Da blieb sogar Zeit für einen Scherz. "Schade, dass mein Teamkollege schneller war", sagte Schumacher und spielte auf die Tagesbestzeit von Juan Pablo Montoya an, seines Ex-Kollegen bei seinem bisherigen Arbeitgeber Williams-BMW. Der Kolumbianer hatte zum ersten Mal im Mclaren-Mercedes Platz genommen.

Offiziell sind Schumacher und Montoya noch bei ihrem alten Arbeitgeber unter Vertrag. Dass sie bereits ihre künftigen Dienstfahrzeuge testen dürfen, ist ein Akt des guten Willens. Williams-BMW bekam im Gegenzug den bisherigen Jaguar-Piloten Mark Webber vorzeitig freigestellt. Schumacher muss bis zum 31. Dezember noch zwei Herren dienen. Auf der Rennstrecke ist er ein Toyota-Mann, außerhalb muss er diverse PR-Termine für sein altes Team bestreiten.

Die Williams-Truppe staunte nicht schlecht, als nach dem ersten Testtag seit dem Saisonfinale vor einem Monat der Name Ralf Schumacher auf Rang zwei aufleuchtete. So weit vorn lag Toyota noch nie, seit das Kölner Team 2002 in der Formel 1 debütierte. "Das Auto ist besser als ich dachte und sehr leicht zu fahren", lobte Schumacher nach dem ersten Kennenlernen. Der 29 Jahre alte Wahl-Salzburger schränkte aber ein: "Es war ein perfekter Tag. Kühle Temperaturen, blauer Himmel, viele Autos und damit viel Reifengummi auf der Strecke. Es lief einfach reibungslos von der ersten Runde an. Ich kann aber nicht abschätzen, wie wir abschneiden, wenn es einmal Probleme gibt."

Für Ralf Schumacher geht es bei dem ersten Testeinsatz nur darum, sich an sein neues Umfeld zu gewöhnen, Vertrauen ins Auto zu gewinnen, die Arbeitsweise der Ingenieure kennen zu lernen. "Der ganze Prozess wird bis Weihnachten dauern", schätzt Technikchef Mike Gascoyne. Die schnellen Rundenzeiten beim Debüt überraschten den Engländer nicht: "Topfahrer wie Schumacher brauchen auch mit einem ihnen fremden Auto nicht lange, bis sie auf Tempo kommen."

Gascoyne hat nach einer enttäuschenden Saison für den japanischen Autoriesen die Ziele bewusst hoch gesteckt. "Podiumsplatzierungen müssen im nächsten Jahr möglich sein. In Bezug auf die Fahrer gibt es für uns keine Ausreden mehr geben." Auch Ralf Schumacher hält den einen oder anderen Podestplatz für realistisch, "auch wenn die zunächst für zwei Ferrari und zwei Mclaren reserviert sein werden".

Der WM-Neunte glaubt, dass Toyota "die Überraschung des Jahres" werden kann. Von den Möglichkeiten her gebe es keinen Grund, warum man nicht auf dem Niveau seines Ex-Rennstalls fahren sollte. Der WM-Titel liegt für Toyota aber noch außer Reichweite. Schumacher-Manager Willi Weber veranschlagte im günstigsten Fall drei Jahre: "Im nächsten Jahr Aufbauarbeit, 2006 siegfähig. Dann sollten wir 2007 dran sein." Schumacher fürchtet nur, dass bis zur Ernte der Saat sein älterer Bruder und siebenmalige Weltmeister Michael schon in Rente ist: "Ob ich gegen ihn noch Weltmeister werden kann ist fraglich."

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