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Ralf Schumacher ohne Zukunftsangst

Monte Carlo (dpa) - Ralf Schumacher fährt in der Formel 1 ungewissen Zeiten entgegen: Die Trennung von Williams-BMW scheint unausweichlich und mit Toyota ist noch nichts in trockenen Tüchern.

Doch vor dem Großen Preis von Monaco spielt der 28-Jährige einmal mehr den starken Mann: «Es ist nicht so, dass ich irgendwo betteln muss, um zu fahren.» Für Ralf Schumacher gibt es im immer härter werdenden Vertragspoker Schützenhilfe vom großen Bruder Michael. «Ich weiß, was er kann und welche Möglichkeiten er hat. Ich sehe das deshalb relativ relaxt», sagte der sechsmalige Weltmeister in Monte Carlo.

Vor dem Grand-Prix-Klassiker im Fürstentum, bei dem er im Vorjahr noch als Trainingsschnellster geglänzt hatte, steht Ralf Schumacher dieses Mal gewaltig unter Druck. In den bisherigen fünf Saisonrennen fuhr Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) in der Qualifikation jeweils schneller. Ein gutes Ergebnis in Monaco wäre deshalb das beste Verhandlungsargument für seinen Manager. «Über die Zukunft, mit welchem Team auch immer, mache ich mir weniger Gedanken. Da habe ich den Herrn Weber», sagte Ralf Schumacher.

Dafür muss er sich im Moment immer wieder gegen neue Gerüchte wehren. Vor allem der angebliche Vorwurf, dass er nach seinem Testunfall im September 2003 in Monza nicht mehr schnell genug sei, hat dem Rheinländer stark zugesetzt. Patrick Head, der Technische Direktor bei Williams, sei Urheber dieser Demontage gewesen, flüsterte ein Journalist Ralf Schumacher in Monte Carlo ins Ohr. Prompt reagierte dieser wie gewünscht und schimpfte: «Er ist für das Auto verantwortlich. Er sollte den Kopf in den Sand stecken und sich tausend Mal dafür entschuldigen, dass die Aufhängung gebrochen ist.»

Ralf Schumacher, dessen Vertrag bei Williams-BMW zum Saisonende ausläuft, sah sich sogar gezwungen, auch andere Gerüchte auf seiner Homepage zu dementieren. Obwohl der Grand Prix in Monte Carlo nicht mehr zeitgemäß sei, fahre er gerne hier. Auf gar keinen Fall sei er, wie immer wieder behauptet, lustlos. Und daran, dass Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve ihn noch in dieser Saison bei den Weiß-Blauen ersetzen solle, glaube er nicht. «Ich wäre sehr überrascht, wenn er zu Williams zurückkehren würde. Ich kann mich an die Tage erinnern, als Frank und Patrick ihn für alles beschuldigt haben, ihn einfach gehasst haben, feuern wollten und sagten, er sei nutzlos.»

Als Blödsinn bezeichnete Ralf Schumacher die Spekulation, er werde vom Team nicht mehr für Tests eingeteilt, um bei einem eventuellen Wechsel keine Geheimnisse mitnehmen zu können. «Eigentlich ist es ja traurig, die vielen Gerüchte und die vielen konstruierten Halbwahrheiten, die in den letzten Tagen und Wochen um meine gegenwärtige und zukünftige Situation kursieren, überhaupt zu kommentieren. Aber wenn ich nichts sage, wird mir das auch falsch ausgelegt.»

Im Moment scheint Ralf Schumacher wenig richtig machen zu können. Viele Optionen hat er nicht mehr. Bei Ferrari und McLaren-Mercedes ist kein Platz frei, Renault hat bereits öffentlich abgesagt. Toyota, sein wahrscheinlicher neuer Arbeitgeber, hat zwar Geld, aber noch keinen sportlichen Erfolg.

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