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Ralf Schumacher: «Schmerzen im Rücken»DPA-Datum: 2004-07-07 16:24:39

dpa: Nach fünf Jahren Williams-BMW fahren Sie in der nächsten Saison für Toyota? Was gab den Ausschlag für den Wechsel?

dpa: Nach fünf Jahren Williams-BMW fahren Sie in der nächsten Saison für Toyota? Was gab den Ausschlag für den Wechsel?

Ralf Schumacher: «Den Ausschlag gab die Tatsache, dass ich meine Zukunft in der Formel 1 woanders sehe als bei BMW-Williams. Auch das letzte Rennen hat gezeigt, dass im Moment außer Ferrari kein Team Weltmeister werden kann. Auch nicht BMW-Williams. Also habe ich mich für eine neue Herausforderung mit Toyota - einem jungen, starken Team mit riesengroßen Ambitionen - entschieden, wo ich mithelfen werde, etwas Großes aufzubauen.»

dpa: War nicht die Gehaltskürzung, die Spekulationen zu Folge zwölf Millionen Euro betragen soll, der wahre Grund für den Weggang?

Schumacher: «Über Geld werde ich hier nicht sprechen, nur so viel: Ich hätte jetzt nach dem schweren Unfall einen sehr, sehr guten Grund, mit der Formel 1 aufzuhören. Ich habe genug Geld verdient, müsste das Risiko nicht mehr eingehen, und jeder würde mich verstehen. Ich würde aber lieber heute als morgen wieder im Auto sitzen, weil die Formel 1 mein Leben ist, weil ich meinen Beruf so sehr liebe. Geld hat bei dieser Entscheidung keine Rolle gespielt.»

dpa: Sie haben bei Toyota einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins Rennen?

Schumacher: «Mir ist klar, dass das Projekt Toyota seine Zeit brauchen wird, aber ich werde geduldig und höchst motiviert daran arbeiten, das Team Schritt für Schritt an die Spitze zu bringen.»

dpa: Glauben Sie, dass Sie eine reelle Chance haben, Ihren Bruder zu überholen und mit Toyota Weltmeister zu werden? Schumacher: «Wie gesagt: Nur weil ich zu Toyota gehe, heißt das noch lange nicht, dass ich meinen Traum vom WM-Titel aufgegeben habe. Ich muss nur ein wenig länger drauf hinarbeiten.»

dpa: Nach Ihrem Unfall in Indianapolis müssen Sie auch in Silverstone noch pausieren? Werden Sie in dieser Saison überhaupt noch einmal einen Williams-BMW fahren?

Schumacher: «Davon gehe ich aus, allerdings vertraue ich dabei voll und ganz auf das Urteil der Ärzte. Erst wenn die mir grünes Licht geben, dass die Wirbelverletzungen ausgeheilt sind, und selbst bei einem weiteren Unfall keine Gefahr besteht, dann werde ich zurückkommen. Die Ärzte sprechen von 8 bis 12 Wochen, aber ich werde mir alle Zeit der Welt lassen, auch wenn ich's schon kaum mehr aushalten kann.»

dpa: Dann muss es Ihnen ja schon viel besser gehen. Wie stark sind die Schmerzen noch?

Schumacher: «Die Schmerzen im Rücken sind noch ziemlich heftig, ich bin dadurch ziemlich eingeschränkt in meinen Bewegungen. Die meiste Zeit verbringe ich liegend, das Einzige, was ich neben diversen Behandlungen machen kann, ist, dass ich jeden Tag auf dem Ergometer sitze.»

dpa: Werden Sie sich mit einem Sieg von Williams-BMW verabschieden?

Schumacher: «Das wäre natürlich der schönste Abschied für mich von Frank und Patrick und von einem tollen Team, und es wäre ein kleines Dankeschön für sechs Jahre, die auf der einen Seite manchmal sehr schwierig, auf der anderen Seite aber auch sehr schön waren.»

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