Archiv
Ralf Schumacher will vernünftigen Abschied von BMW

Ralf Schumacher will bei der Formel-1-Premiere in China einen vernünftigen Abgang, Jacques Villeneuve hofft auf einen erfolgreichen Neuanfang.

dpa SCHANGHAI. Ralf Schumacher will bei der Formel-1-Premiere in China einen vernünftigen Abgang, Jacques Villeneuve hofft auf einen erfolgreichen Neuanfang.

Während der Kerpener auf dem funkelnagelneuen Kurs in Schanghai nach mehr als dreimonatiger Verletzungspause seine Abschieds-Tour bei Williams-BMW beginnt, sitzt der Kanadier nach fast einjähriger Zwangspause bei Renault wieder in einem Cockpit. Ausgerechnet seinem ehemaligen Arbeitgeber BAR-Honda will der 33-Jährige in den letzten drei Saisonrennen die Vize-Weltmeisterschaft vor der Nase wegschnappen: "Sie zu schlagen wäre großartig."

Angesichts der Rückkehr der beiden Stars geht das kleine Comeback von Nachwuchsfahrer Timo Glock fast unter. Der vierte Deutsche in dieser Formel-1-Saison neben den Schumacher-Brüdern und Nick Heidfeld darf - wie schon beim Grand Prix im Juni in Montreal - wieder für Jordan fahren. "Ich kann es kaum abwarten", sagte das Talent, das im Juni in Kanada auf Anhieb zwei WM-Punkte geholt hatte.

Nachdem die WM-Titel bereits an Michael Schumacher und Ferrari vergeben sind, dem Brasilianer Rubens Barrichello nur noch vier Zähler fehlen, um sich die Vizeweltmeisterschaft zu sichern und den totalen Ferrari-Triumph perfekt zu machen, sind der moderne Kurs in der ostchinesischen Stadt sowie die Auftritte von Ralf Schumacher und Villeneuve die Spannungsmomente beim drittletzten Rennen der Saison. "Es ist sicher interessant, ihn wiederzusehen. Sein Comeback ist spektakulär", sagt der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher über seinen einstigen großen Rivalen Villeneuve.

Für den Weltmeister von 1997 war nach seinem 130. Formel-1-Rennen am 28. September 2003 in Indianapolis vorerst Schluss gewesen. Sein damaliger Teamchef David Richards bei BAR-Honda hatte ihn vor dem letzten Saisonlauf 2003 in Suzuka abgeschoben und durch Takuma Sato (Japan) ersetzt. Nun schlug Renault-Teamchef Flavio Briatore zu und holte den Kanadier als Ersatz für den gefeuerten Italiener Jarno Trulli. "Ich weiß nicht, ob er ein Siegfahrer ist, aber er motiviert das Team", sagte Briatore. Villeneuve nutzt das Renault-Intermezzo nicht nur zur Revanche an BAR-Honda, sondern auch zum Eingewöhnen. Ausgerechnet der Exzentriker mit den wechselnden Haarfarben fährt in den kommenden zwei Jahren für das grundsolide Schweizer Sauber-Team.

Auch Ralf Schumacher wird 98 Tage nach seinem spektakulären Unfall in Indianapolis, bei dem er sich Wirbelverletzungen zugezogen hatte, in der 14-Millionen-Einwohner-Metropole erstmals wieder dabei sein. Rennarzt Sid Watkins erteilte ihm wie erwartet die endgültige Freigabe. "Am Ende war es sehr unangenehm und extrem langweilig", sagte Schumacher II über seine Zwangspause und kündigte an: "Ich möchte in den letzten drei Rennen noch einmal soweit wie möglich nach vorne fahren. Ein Traum wäre natürlich das Podest."

Der 29-Jährige wird nur noch knapp einen Monat für Williams-BMW Vollgas geben. Danach wechselt er zu dem in Köln ansässigen japanischen Konkurrenten Toyota. "Ich habe dem Team viel zu verdanken. Es waren sehr interessante Jahre", sagte der Deutsche, der seit 1999 für Teamchef Sir Frank Williams fuhr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%